Behandlung von Epilepsie mit Kaliumbromid.
Kaliumbromid (Dibro-Be mono) wird zur Behandlung von primär und sekundär generalisierten tonisch - klonischen Anfällen eingesetzt. Hunde mit Grand mal Anfällen (Verlußt des Bewußtseins) sprechen besonders gut auf Kaliumbromid an.
Meist wurden die Hunde vorher mit Phenobarbital (Luminal) behandelt, da es bei Hunden das Mittel der ersten Wahl ist.
Wenn bei der Behandlung mit Phenobarbital aber kein oder kein ausreichender Erfolg erzielt wird, die epileptischen Anfälle also die gewohnte Stärke beibehalten oder sich gar verschlimmern, dann wird Kaliumbromid als zweites Medikament dazu verabreicht. Eine sogenannte Add on-Therapie (Kombinationstherapie).
Bestimmte Vorsichtsmaßnahmen sollten aber immer beachtet werden
Vor der erstmaligen Anwendung von Kaliumbromid sind die üblichen Meßgrößen der Nierenfunktion zu bestimmen und Elektrolytstörungen auszuschließen.
Kaliumbromid darf nicht gegeben werden
- bei einer Niereninsuffizienz
- bei Unterernährung oder Ernährungsstörungen
- bei Bromidunverträglichkeit
- Asthma bronchiale
Dies gilt auch, wenn diese Angaben in der Vergangenheit zutrafen.
Bei einer kaliumarmen Diät besteht die Gefahr einer Hyperkaliämie mit Magenbeschwerden und Durchfall (Diarrhoe), aufgrund des Gehaltes an Kaliumbromid.

Bei der Gabe von Kaliumbromid muss beachtet werden
- ausreichende Flüssigkeitsaufnahme
- möglichst keine Futterumstellung
- gleichbleibende Kochsalzaufnahme
- Kaliumbromid muss nach der Futteraufnahme gegeben werden
- möglichst ein leichtverdauliches, fettarmes Futter

Einige wenige Tiere eignen sich auf Grund ihrer Magen-Darmempfindlichkeit weniger zur Therapie mit Kaliumbromid.
Auch bei einer Funktionsstörung der Bauchspeicheldrüse kann ein Absetzen des Kaliumbromid nötig sein.
Wird das Kaliumbromid gut vertragen, kann bei einigen Hunden eine Anfallsfreiheit erzielt werden. Ist eine solche Anfallsfreiheit erreicht, kann nach ca. 6 Monaten,unter Aufsicht des Tierarztes das Phenobarbital ganz langsam reduziert werden.
Oftmals können die Hunde dann mit einer Monotherapie (Kaliumbromid) ausreichend behandelt werden und bleiben auch damit anfallsfrei.

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