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Alt 23.07.2008, 09:56
Ky!

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Dauertherapie der Epilepsie bei Hunden und niedriges Calcium

Ich möchte exemplarisch folgendes aus dieser Quelle aufführen, da es gleich zwei wichtige Aspekte aufführt. Kalziummangel und Folsäure.

Zitat:
Calcium and folic acid absorption were studied in 28 adult male epileptics on chronic anticonvulsant therapy. In 16 patients on diphenylhydantoin alone, calcium absorption was abnormal in 9. In 12 patients on both diphenylhydantoin and phenobarbital, calcium absorption was abnormal in 3 patients. Folic acid (3H-PGA) absorption was normal in all but one patient, while serum folate (less than 6.4 ng/ml) was reduced in all patients. Hypocalcemia (less than 8.5 mg/100 ml) occurred in only 2 patients, while serum alkaline phosphatase was elevated in 7 patients. These findings support the proposal that rickets and osteomalacia reported in patients on chronic anticonvulsant therapy results from reduced calcium absorption. The effect of these drugs appears to be the acceleration of the metabolism of vitamin D and an increase in the excretion of polar metabolites. This may result in reduced levels of 25-hydroxycholecalciferol and 1,25-dihydroxycholecalciferol which are necessary for normal absorption of calcium. Since calcium absorption may be impaired secondary to a relative vitamin D deficiency, a supplemental increase in vitamin D intake by patients on anticonvulsant drugs is recommended.

Gleich vorweg: Man beachte die geringen Fallzahlen. In der Regel sollten aussagekräftige medizinische Studien höhere Fallzahlen erreichen. Andererseits gibts es verschied. unterschiedliche Quellen dazu....

Der Text:

Es wird über die Kalzium- und Folsäureaufnahme bei einer kleinen Patientengruppe mit antiepileptischer Dauertherapie berichtet.
Dabei konnte beobachtet werden, dass unter Phenobarbital (hier wird allerdings von einer Kombitherapie berichtet! ) innerhalb Teile des Studienkollektives mit einer erniedrigten Ca++-Aufnahme assoziert war.

Ferner konnte bei allen Patienten eine erniedrigte Serumfolsäure beobachtet werden. Das bei normaler Aufnahme.

Ausflug:

Phenobarbital wirkt in der Leber als Induktor eines Enzymsystemes , welches andere Substanzen in ihrem Abbau beeinflußt. Hier neben einer ganzen Reihe von Pharmaka eben auch 1,) sich selbst (-> Wirkungsabschwächung) und 2.) das für den Kalziumstoffwechsel wichtige Hormon Calcitriol.

So kann es zu einer erniedrigten Serumcalciumkonzentration kommen mit Störungen des Knochensystemes ( -> Osteomalazie ) und - erinnern wir uns an die Auslöser einer sekundären Epilepsie - zu Krampfanfällen.


Wie immer gilt: Diese Darstellung ersetzt keinen Tierarztbesuch. Es handelt sich um Sonderfälle. Therapien in Eigenregie können nicht abgeleitet werden und sind extrem gefährlich!
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Alt 23.07.2008, 10:43
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Das ist ja interessant. Bestimmt wirst du bei Gelegenheit über deine Erkenntnisse berichten.
Das einzige, was ich auf die Schnelle zu dem Thema gefunden habe ist dieser Link dazu.
Nebenbei bemerkt stammt dieses studienmedizinische Forum ebenfalls aus der Schweiz.
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  #3
Alt 23.07.2008, 11:59
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Nachfrage: Dies bedeutet also, dass das Phenobarbital als solches unter gewissen Umständen für Krampfanfälle sorgen kann - oder lax ausgedrückt: Hier beißt sich die Katze in den eigenen Schwanz?

Ich gebe Cayo übrigens Kieselerde zum Futter. Dieser "Stoff" ist dem Calcium sehr ähnlich. Er bindet überschüssige Magensäure ganz gut und sorgt ebenfalls für einen guten Knochenaufbau.
Außerdem - und sitzt ihr gut - habe ich im Netz gelesen, dass Kieselerde (Silicium) bei Epilepsie helfen kann!?
Vielleicht u.a., weil es ein ähnlicher "Stoff" ist wie Calcium und deshalb einem Mangel entgegenwirkt?
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  #4
Alt 23.07.2008, 12:06
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Da wir gerade bei den Wirkungen einer Phenobarbitaldauertherapie sind, hier dieses Zitat:

Zitat:
Auch die Applikation von Glucocorticoiden,
manchen Antibiotika und Phenobarbital kann zu einer Erniedrigung
der Schilddrüsenhormonkonzentrationen unter den Referenzbereich
führen (FERGUSON, 1996)
Der Leser beachte hier bitte, dass von TSH-gesteuerten Schilddrüsenhormonen die Rede ist. Im weiterem Text von TSH.

Gemeint ist hier also im engeren Sinne Thyroxin und Trijodthyronin.

Wirkungen ( nur übersichtlich ) :

Grundumsatz:

Steigerung von Grundumsatz und o2-Verbrauch

Wachstum und Entwicklung:

Förderung der Hirnreifung und Myelinisierung
Wachstumsförderung

Stoffwechsel:

Hemmung der Glykogen- und Proteinsynthese
Cholsterin


Nervensystem:
- ZNS
-Sehnenreflexe

Muskulatur

Herz:
- direkte Stimulation
- Beta-Rezeptoren erhöht -> gesteigerte Katecholaminsensivität
=> Sauerstoffverbrauch erhöht



Meines Erachtens läßt sich hier kein Einfluß auf den Calciumstoffwechsel ableiten. Das sollte zumindest für die TSH-gesteuerte Achse gelten.

Dafür muß man die Nebenschilddrüsen betrachten.
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Alt 23.07.2008, 12:14
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Zitat:
Zitat von Jaybiene Beitrag anzeigen
Nachfrage: Dies bedeutet also, dass das Phenobarbital als solches unter gewissen Umständen für Krampfanfälle sorgen kann - oder lax ausgedrückt: Hier beißt sich die Katze in den eigenen Schwanz?
Ja.

Es kann ( muß aber nicht ) zusätzlich zur primären Epilepsie eine sekündäre aufgepfropft werden. Allerdings bewegen wir uns jetzt wahrscheinlich auf wissenschaftlich sehr dünnem Eis....


Zitat:
Zitat von Jaybiene Beitrag anzeigen
Ich gebe Cayo übrigens Kieselerde zum Futter. Dieser "Stoff" ist dem Calcium sehr ähnlich. Er bindet überschüssige Magensäure ganz gut und sorgt ebenfalls für einen guten Knochenaufbau.
Außerdem - und sitzt ihr gut - habe ich im Netz gelesen, dass Kieselerde (Silicium) bei Epilepsie helfen kann!?
Vielleicht u.a., weil es ein ähnlicher "Stoff" ist wie Calcium und deshalb einem Mangel entgegenwirkt?
Darüber habe ich noch keine Informationen. Müßte ich halt mal nachschauen.
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  #6
Alt 23.07.2008, 12:29
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Das "dünne Eis" ist schon ok und für uns ja bloß sowas wie "lautes Nachdenken".
Und da wären wir auch schon beim Thema:

Mir ist aufgefallen, dass sich die Krämpfe bei manchen Hunden im Laufe der Jahre wieder verschlimmern - und zwar, nachdem es eine ganze Zeit der Anfallsfreiheit gegeben hat.
Nun könnte es ja sein, dass dies die Hunde mit einem hohen Phenobarbitalspiegel vs. Calcium betrifft.
Im Umkehrschluss könnte dies aber bedeuten, dass, wenn man nach einer Zeit der Anfallfreiheit das Luminal reduzierte, dieser Effekt nicht auftritt und bei dann dauerhaft reduziertem Phenobarbital die Krämpfe ebenfalls reduziert werden oder ganz ausbleiben.

Quintessenz: Ein hohe Luminaldosierung kann Krämpfe verhindern, aber irgendwann wäre eine Reduzierung sinnvoll um eine sekundäre Epilepsie auszuschließen.

Wie gesagt - ich habe von Medizin null Ahnung, aber solche Zusammenhänge wären ja trotzdem "denkbar".
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  #7
Alt 23.07.2008, 12:39
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Zitat:
Zitat von Jaybiene Beitrag anzeigen

Mir ist aufgefallen, dass sich die Krämpfe bei manchen Hunden im Laufe der Jahre wieder verschlimmern - und zwar, nachdem es eine ganze Zeit der Anfallsfreiheit gegeben hat.
Nun könnte es ja sein, dass dies die Hunde mit einem hohen Phenobarbitalspiegel vs. Calcium betrifft.
Ich glaube, das liegt in erster Linie hieran:

Zitat:
Phenobarbital wirkt in der Leber als Induktor eines Enzymsystemes , welches andere Substanzen in ihrem Abbau beeinflußt. Hier neben einer ganzen Reihe von Pharmaka eben auch 1,) sich selbst (-> Wirkungsabschwächung)
Weniger häufig am Ca²+ .

ABER, wenn z.B. sich die Qualität der Anfälle ändert, so vielleicht in eher tetanische Krämpfe, dann sollte man wahrscheinlich schon daran denken.

Zitat:
Zitat von Jaybiene Beitrag anzeigen
Im Umkehrschluss könnte dies aber bedeuten, dass, wenn man nach einer Zeit der Anfallfreiheit das Luminal reduzierte, dieser Effekt nicht auftritt und bei dann dauerhaft reduziertem Phenobarbital die Krämpfe ebenfalls reduziert werden oder ganz ausbleiben.
ICH glaube das nicht, weil auch hier die Enzyminduktion entgegen wirken sollte.



Meine Quintessenz wäre hier eher:

Im Rahmen der obligaten Phenobarbitalspiegel würde ICH ebenfalls das Calicium und Indikatoren für einen Folsäuremangel mitkontrollieren.

Dagegen spricht der höhere Kostenaufwand zum Untersuchung einer seltenen Eventualität.
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Unter Nebenwirkungen von Phenobarbital kann man auch Anämie finden.


Außerdem wird von einem Problem bei Phenobarbital gesprochen:
Zitat:
Da Phenobarbital seinen eigenen Abbau in der Leber stimuliert,häufige Dosiserhöhungen erforderlich.
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Grausamkeit gegen Tiere kann weder bei wahrer Bildung noch wahrer Gelehrsamkeit bestehen.
Sie ist eines der kennzeichnendsten Laster eines niederen und unedlen Volkes.

Alexander v. Humbold
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  #9
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Zitat von Arwen Beitrag anzeigen
Unter Nebenwirkungen von Phenobarbital kann man auch Anämie finden.
Das ist mit der Aussage eines erniedrigten Serumfolats vereinbar.

Folsäuremangel -> hyperchrome Anämie

( Ery-Zahl - bei MCH + )

Übrigens macht das auch ein Vit. B12 - Mangel ( Cobalamin )
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Alt 23.07.2008, 12:58
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Deshalb ist es wohl schon wichtig, dass regelmäßig
Calcium
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Folsäure
Magnesium
kontrolliert wird.
Epilepsie ist eine "teure" Krankheit, darüber sollte sich jeder Tierbesitzer im Klaren sein. Da kommt es auf 20 € für eine zusätzliche sehr sinnvolle Blutuntersuchung nicht mehr an.
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Alexander v. Humbold
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