Hallo! Ich bin Tuuli, Spitzname Ernie, aber die meisten kennen mich ja schon :-)
Heute will ich Euch von meiner ersten Reise nach Dänemark erzählen!!! Vier Tage waren wir mit dem Auto unterwegs und es war wirklich aufregend!
Zuerst verstand ich die Welt nicht mehr: Mittwoch früh kam mein Hundeopa vorbei, schnappte sich Liv und fuhr mit ihr einfach davon! Na super, dachte ich, einen aufregenden Spaziergang bekommt sie jetzt! Und ich? Ich hocke hier zwischen gepackten Taschen und weiß nicht was los ist.
Frauchen und Herrchen verfrachteten mich dann auf ein kuscheliges Plätzchen, umgeben von lauter Gepäck, hinter Frauchen, direkt beim Fahrersitz.
Da hatte ich sie wenigstens in der Nähe. Viele Stunden waren wir unterwegs, was gar nicht lustig war, denn es fehlt mir Liv....niemanden, den man mal bei der Fahrt ärgern und niemanden, mit dem man zusammen andere Hunde verbellen und Frauchen zum Wahnsinn treiben konnte....
Wir kamen mittags an unserem Dänischen Reiseziel an.
Dort gibt es einmal im Jahr einen großen Jahr-, Vieh- und Flohmarkt, bei dem sich mehrere hundert Händler, Privatverkäufer und Aussteller treffen. Ein Riesenvolksfest mit jeder Menge aufregender Gerüche!
Mein Frauchen wollte mal ausprobieren, ob ich dort einfach frei, ohne Leine neben ihr her laufen kann. Und da ich meinen guten Tag hatte, tat ich ihr den Gefallen und lief wie eine Eins bei ihr, obwohl es überall soooo toll roch und es soviel zu sehen gab. Zuerst begegneten wir einen Bekannten vom Frauchen, der einen schicken Kerl dabei hatte. Der hat mir richtig gut gefallen. Aber der Bekannte meinte nur, sein Rüde sei eingeschnappt, weil die hübsche rote Lady (Liv) nicht da wäre. Na tolles Ding....aber mir fehlt sie auch!
Abends im Hotel war ich richtig fertig. Ich glaube, ich bin sofort eingeschlafen.
Am nächsten Tag ging der Markt erst richtig los: überall waren Tiere, die ich noch nie zuvor in meinem Leben gesehen habe!!! Hühner? Was soll das sein? Jetzt weiß ich es, die machen einen Höllenlärm, wenn man ihnen zu nahe kommt!
Mitleid hatte ich allerdings mit meinen kleinen Hunde-Kollegen in den Käfigen. Hey, Menschen, das sind doch noch Babys! Die könnt ihr doch nicht einfach in so ein kleines Gehege sperren und von hunderten von Menschen betatschen lassen!
Es gab aber auch Schönes zu gucken: Pferde!!! Echte und falsche!
Autos, Klamotten, Weihnachtsdeko, altes Zeug, Blumen, Klamotten und und und. Wenn Herrchen sich seltsame Dinge anschaute, wartete ich brav vor dem Stand.

Nur einmal, sorry, aber da musste ich einfach abhauen, denn so ein blöder Berner Sennenhund kam auf mich zugeschossen und jagte mich über den Platz. Der war seinem Herrchen abgehauen, schleifte noch die Leine hinter sich her. Frauchen hat ihn dann am Schlafittchen gepackt und fortgezerrt. Dann hatte ich meine Ruhe.
Kurz bevor wir gefahren sind, haben wir aber noch einen tollen Typen getroffen: Milou, so alt wie ich, doppelt so groß und ein klasse Kerl! Wir haben so getobt: Milou ist einmal komplett gegen ein parkendes Auto geknallt, weil er die Kurve nicht gekriegt hat! Hahaha, ich habe mich schlapp gelacht! Zur Strafe hat er mich ein paar Mal durch die Luft gewirbelt! Herrchen meinte, das sah so aus, als wolle ein Killerwal eine Seerobbe töten... war aber alles nur Spaß!
Abends sind wir weiter nach Thy gefahren. Dort lebt Frauchens Bruder mit Familie.... na ja.... war das erste Mal.... die Luft ist toll..... der Garten groß.... die Kinder blöd.... Okay, der eine ist ganz lieb, der wollte mich auch streicheln. Wir haben fein zusammen gespielt und ich habe das erste Mal einen Luftballon gesehen! Super Sache! Poff!!! Und das Ding fliegt durch die Gegend! Ich sag, Euch, der Ballon hatte solche Muffensausen vor mir gehabt, der hat sich einfach in Luft aufgelöst!
Der andere kleinere Junge, zwei Jahre alt, hat mich getreten und einmal gehauen. Das war echt ätzend, auch wenn es nicht weh tat. Sorry, aber da muss ich einfach knurren, wenn der in meine Nähe kommt! Frauchen hat mich immer beschützt, wenn er in der Nähe war, uns nie alleine gelassen und ihm so richtig Bescheid gesagt!
Am Freitag war es dann total aufregend: ab ins Auto und wir sind nach Agger an den Strand gefahren, damit ich Livs Lieblings-Badestelle kennen lerne konnte. Frauchen war zwischendurch ganz traurig, weil Liv nicht da war; ich hatte jedoch keine Zeit für Sentimentalitäten: das war einfach zu spannend!!!! Das Meer!!! (So salzig! Das kannte ich noch gar nicht! Es macht allerdings keinen Spaß das zu trinken, sage ich Euch...sofern man keinen Tequila dabei hat!)
Der Geruch! Die Wellen! Okay, besch... Wellen, denn genau diese habe ich komplett unterschätzt! Nach einem unfreiwilligen Salto im Wasser hatte ich dann auch eher genug vom kühlen Nass!
Aber es gab ja auch soviel anderes zu entdecken: Herrchen hat mir gezeigt, was Krebsscheren sind, wollte mir eine Qualle als Brustimplantat verkaufen, und fand es ungemein lustig, mit mir um meinen Spielbeutel zu kämpfen!
Was für ein Tag! Abends hatte ich noch eine Begegnung der sonderbaren Art: sah aus wie ein hässlicher Hund, roch wie ein hässlicher Hund, miaute wie ein hässliches Ding!!! Und kann ungemein schnell rennen!! Leider schneller als ein Hund!
Frauchen rief: „Tuulis erste Katzenbegegnung!“, da wir sie auch schon wieder vorbei! Ich habe ihr noch hinterhergeschaut, aber fort war das Mistvieh!
Weil ich dann so herumjammerte, haben dann alle angefangen, mit mir Ball zu spielen....guter Trick, nicht wahr? Nerve einfach ein bisschen dein Umfeld, guck‘ dabei niedlich und schon kriegste‘ was du willst! Einen Thron habe ich auch bekommen!
Nachts war es immer furchtbar kalt. Wegen der Kinder mussten wir im Wohnwagen schlafen. Wer mich kennt, weiß, was für ein Frostködel ich bin. Trotz Norwegerpulli fror ich fürchterlich und schrumpfte vor Kälte auf die Hälfte meiner sonstigen Größe zusammen. Herrchen erbarmte sich meiner und ich durfte unter seinen Schlafsack schlüpfen.
Am Abreisetag hatte die Sintflut ein Comeback. Fürsorglich wurde ich schon mal in Decken gepackt und vorne ins Auto verfrachtet, damit Herrchen in Ruhe das Auto packen konnte. Im Haus war es mir mit den Kindern zu gefährlich.

Herrchen und Frauchen hatten so viele Sachen eingekauft, sodass hinten kein Platz mehr für mich war.
Ich bekam dann die Luxus-Reiseklasse zugeteilt und durfte die gesamte Heimfahrt auf Herrchens Schoß sitzen...das war schön!!! Lass ihn doch einfach über eingeschlafene Beine klagen, mir ist die Fahr prima bekommen!
Zuhause angekommen warteten alle gespannt darauf, wie ich auf reagieren würde... aber Daheim ist Daheim! Was soll ich sagen? Sieht aus wie immer! Nach dem Ausladen fuhr Frauchen weg, um Liv zu holen. ENDLICH!
Als sie vorfuhren, traute ich erst meine Augen nicht: denn ich wusste ja nicht, dass Liv wiederkommen würde...und da war sie da, kam in den Garten gelaufen und ich habe mich auf sie gestürzt, bin an ihr herum gezappelt, einmal über sie herübergesprungen und habe ihr gezeigt, wie sehr ich sie liebe!!! (Luna weiß, wovon ich rede!)
Mein Frauchen hat fürchterlich geheult, als sie Liv bei unserem Hundegroßelten abholte. Das hat mir Liv erzählt. Liv wäre erst sehr ungläubig gewesen, dass Frauchen da wirklich in Fleisch und Blut stand. Gefreut hat sie sich, aber lieber erst mal Frauchen nicht aus den Augen gelassen. Auch hat sie nicht verstanden, warum Frauchen sich erst mal auf den Teppich setze, herumflennte und sie kuscheln wollte. Liv wollte viel lieber gleich nach Hause und sei immer zur Tür gelaufen.
Ich kann’s verstehen: als wir zu Hause ankamen fand ich das nicht besonders spannend. Mein Frauchen fing gleich an herumzunörgeln: „Liv freut sich immer wie blöde, wenn wir von einer Reise Heim kommen! Du tust so, als wären wir nur um die Ecke spazieren gewesen“! Aber was soll ich mich so freuen, wenn das Wichtigste fehlte, nämlich Liv?! Als die endlich da war, meine Herren, was habe ich mich gefreut!! Liv auch, bestimmt, vermutlich innerlich, aber ich glaube schon, dass sie es genossen hat, dass ich wie ein wild gewordener Riesenfloh an ihr herum gesprungen bin. Frauchen hat uns ins Haus gerufen und wir sind erst mal schnurstracks nach oben gelaufen, auf Frauchens Bett gesprungen und haben getobt und getobt.... endlich daheim, endlich wieder zusammen! Jetzt mag ich auch wieder fressen... habe die letzten drei Tage fast keinen Bissen herunterbekommen!
Boah, war das anstrengend – aber schön. Alle sind wieder beisammen, Giraffe, mein Schatz, ist auch wieder bei mir, dann kann ich beruhigt gute Nacht sagen!
Edit: Erstes Bild verkleinert
Ky!