Habe gerade mit Odins Ärztin gesprochen.
Sie ist besorgt um Odin.
Allerdings ist sie auch der Meinung, dass das Phenobarbital noch nicht wieder richtig wirkt und schon gar nicht macht sich die Erhöhung bemerkbar.
Frau Prof. Dr Schwarz- Porsche dazu:
Zitat:
Bei gleichbleibender Dosierung ist nach 2-3 Wochen eine steady state-Konzentration (Fließgleichgewicht) des Phenobarbitals im Blut erreicht und bei ausreichender Dosierung ein Therapieerfolg zu erwarten.
Wir hoffen nun, dass wir mit der Dosierung endlich einen Therapieerfolg erzielen.
Odin bekommt morgens und abends 2 ¼ Tabletten, d.h. eine Tagesdosis von 450mg bei ca.45kg Körpergewicht sind wir damit im mittleren Bereich der von Frau Prof. Dr Schwarz- Porsche vorgeschlagenen Richtdosis.
Zitat:
Phenobarbital
Richtdosis: (2)-5–10-(20) mg/kg KGW
Serumkonzentration: 20-40 µg/ml
Sollten wir damit keinen Erfolg haben, bekommt Odin als nächstes Kaliumbromit als Add-on-Therapie (Kombinationstherapie).
Es ist bei generalisierten tonisch-klonischen Anfällen, dem Grand mal, indiziert, der häufigsten Anfallsart beim Hund.
Odins Ärztin will das Phenobarbital wegen der möglichen Leber- und Nierenschädigung nicht höher dosieren, was wir auch voll unterstützen. Außerdem kann man mit zwei unterschiedlichen Mitteln meist einen größeren Therapieerfolg erzielen.
Dazu Frau Prof. Dr. Schwarz- Porsche
Zitat:
Die antiepileptische Wirkung wird durch den Bromidanteil bedingt. Bromid wird rasch im Dünndarm resorbiert und unverändert über die Nieren ausgeschieden. Es führt so zu keiner Leberschädigung und zu keinen Interaktionen mit anderen Medikamenten. Die Geschwindigkeit der Bromidausscheidung wird von der Chloridaufnahme, d.h. der Kochsalzaufnahme (Natriumchlorid) mit dem Futter bestimmt, da Bromid und Chlorid um die Ausscheidung über die Niere konkurrieren.
Bromid wird vom Hund sehr langsam ausgeschieden. Entsprechend langsam baut sich die steady state-Konzentration auf. Diese wird erst nach 60- bis 80-tägiger Gabe annähernd erreicht. Erst nach Ablauf dieser Zeit, ist mit der vollen Wirksamkeit des Bromids zu rechnen. Im steady state können jedoch abhängig von Resorption, Nierenfunktion, Flüssigkeitsaufnahme und Fütterung gleiche Dosierungen von Kaliumbromid zu sehr unterschiedlichen Serumkonzentrationen führen. Durch den sehr langsamen Anstieg der Serumkonzentration des Bromids erübrigt sich ein einschleichender Therapiebeginn.
Add on-Therapie
Bei der Add on-Therapie mit Kaliumbromid liegt die Richtdosis bei täglich 30-40 mg/kg KGW. Individuell unterschiedlich und fütterungsabhängig können Dosen von 20-30 mg/kg KGW ausreichend sein, aber auch Gaben von 40-60 mg/kg KGW erforderlich werden. Soweit mit den Dibro-Be mono® Tabletten keine an das Körpergewicht ausreichend angepaßte Dosierung möglich ist (kleine Hunde), können vom Apotheker die Tabletten zerstampft und die benötigten Mengen in Gelatinekapseln eingewogen werden.
Die Basaltherapie mit Phenobarbital sollte zunächst mit der gleichen Dosierung beibehalten werden.
Die Dosisanpassung des Kaliumbromids sollte in Abhängigkeit von Wirkung und Serumbromidkonzentration erfolgen. Letztere korreliert weit besser mit dem Therapieerfolg als die Dosis. Konzentrationsbestimmungen sollten 60 und 120 Tage nach Therapiebeginn und nachfolgend alle 3–6 Monate sowie bei Anfallsrezidiven erfolgen. Die therapeutische Serumkonzentration liegt bei der Add-on-Therapie bei etwa 1-2 mg/ml. Ein therapeutischer Erfolg kann schon mit niedrigeren Konzentrationen möglich sein; eine Konzentration von >1,5 mg/ml wird nicht von allen Hunden vertragen, dies gilt insbesondere für ältere und/oder noch anderweitig erkrankte Tiere, während junge kräftige Hunde auch Konzentrationen von >2mg/ml tolerieren.
Bei der Zugabe von Kaliumbromid zeigen die meisten Tiere zunächst sedative Nebenwirkungen – rasche Ermüdbarkeit, leichte Ataxie und Nachhandschwäche (!) -, die sich mit der Zeit verlieren. Als weitere Nebenwirkungen werden bei einigen Hunden Durst sowie Magen-Darmstörungen unterschiedlicher Ausprägung gesehen. Hautveränderungen, beim Menschen beschrieben, kommen beim Hund so gut wie nicht vor.
Mit der Add-on-Therapie mit Kaliumbromid lassen sich bei etwa 50-80% der zuvor therapieresistenten Grand mal-Fälle (Serumkonzentration des Phenobarbitals im oberen therapeutischen Bereich) Anfallsreduktionen von >50% erzielen. Etwa ein Viertel bis ein Drittel dieser Hunde wird anfallsfrei und bleibt es, so die Dosierung von Phenobarbital nicht zu rasch erniedrigt wird. Bei Anfallsfreiheit kann Phenobarbital nach 6 Monaten stufenweise reduziert werden. In einigen Fällen kann mit der Zeit auf eine Monotherapie mit Kaliumbromid übergegangen werden. Bei Lebererkrankungen sollte die Gabe von Phenobarbital bzw. Primidon rascher reduziert und wenn möglich, nur Kaliumbromid verabreicht werden.
Unsere Ärztin geht davon aus, dass wir bei Odin Kaliumbromid einsetzen müssen. Wir wollen aber jetzt bis Ende Juli abwarten, ob wir vielleicht doch mit dem Luminal auskommen.
Bekommt Odin wieder einen Anfall müssen wir handeln. Unsere Ärztin möchte, dass Odin maximal einen Anfall im Quartal bekommt. Natürlich wäre es uns allen lieb, wenn gar keine Anfälle wären und wenn wir dafür 80 € im Monat mehr zahlen müssen, dann ist es eben so.
Odin ist nun mal unsere Kapitalanlage!
Bei der Gabe von Kaliumbromid muss noch mehr auf dei Ernährung geachtet werden. Es ist also gut, dass wir schon vor einigen Wochen Odins Futter umgestellt haben.
Er bekommt jetzt 1/3 Nudeln, Reis, Kartoffeln; 1/3 gedünstetes Gemüse; 1/3 Trockenfutter. Dazu Magerquark, Hüttenkäse, getrocknetes Brot und Kauknochen. Das verträgt er gut. Demnächst bekommt er 1 Kapsel Grünlipp Muschel Konzentrat, damit wir etwas für seine Gelenke tun.
Leberwurst habe wir jetzt nur noch in Ausnahmefällen gegeben, die müssen wir nun ganz weglassen, weil sie zu viel Fett enthält.
Schon jetzt bekommt Odin seine Tabletten meist in eine Nudel oder ein Leckerli versteckt.
Er nimmt die Tabletten auch gut in wenig Nassfutter gepackt, dass er aus der Hand bekommt.
Frau Prof. Dr. Schwarz- Porsche
Zitat:
Zur besseren Verträglichkeit sollte die Tagesdosis bei der Add on- wie der Monotherapie auf zwei Gaben verteilt, unmittelbar nach der Fütterung und nie auf nüchternen Magen gegeben werden. Gut bewährt hat sich bei der Bromidtherapie ein leicht verdauliches, fettarmes Futter.
Eine nicht beachtete Veränderung des Kochsalzgehaltes im Futter (Futterwechsel, Tischreste, Wurst etc. als Eingabehilfe) kann zu einer verminderten oder erhöhten Bromidausscheidung und so zu sedativen Nebenwirkungen bzw. erneuten Anfällen führen. Ein Futterwechsel sollte daher vermieden werden. Mit Ausnahme der anfänglichen sedativen Nebenwirkungen und den gelegentlichen gastrointestinalen Störungen wird die Therapie mit Kaliumbromid von den meisten Hunden über Jahre gut vertragen, so dass diesem Antiepileptikum zunehmend Bedeutung in der Therapie der Epilepsien des Hundes zukommt.
Zitat:
Add on-Therapie
Richtdosis: (20)-30-40-(60) mg/kg KGW täglich
Serumkonzentration: 1-2 mg/ml
Sicher fragen sich nun einige besorgte Leute, warum gibt man denn dann nicht gleich ein zweites Antiepileptikum?
Warum wechselt man nicht schneller das Medikament?
Kann man nicht, z.B. bei Durchfall, einfach eine Tablette zusätzlich geben?
Auch hier die Meinung von Frau Prof. Dr. Schwarz- Porsche
Zitat:
Was sind die häufigsten Fehler bei
der Therapie der Epilepsie beim Hund?
Dosierungsfehler:
Nicht selten wird die Therapie mit viel zu niedrigen Dosierungen begonnen, Dosierungen, die nicht wirksam sind und dennoch aus Angst vor Nebenwirkungen lange Zeit nicht erhöht werden. Wegen der sedativen Nebenwirkungen und aus Angst vor einer Leberschädigung wird bei nicht ausreichender Information die verordnete Dosis oft reduziert und nach erneuten Anfällen kurzzeitig wieder erhöht, eine Schaukeltherapie, die nicht zum Erfolg führen kann!
Auch zu große Dosierungsintervalle (eine Tagesgabe) oder eine ungleiche Verteilung der Tagesdosis können für ein Therapieversagen verantwortlich sein, da die Serumkonzentration des Antiepileptikums zwischen unwirksamem und toxischem Bereich schwanken kann.
Fehlinterpretation des therapeutischen Bereiches:
Diese führt leicht dazu, dass vor Erreichen des oberen Grenzwertes ein zweites Antiepileptikum gleichfalls unterdosiert zugegeben oder ein viel zu rascher Medikamentenwechsel vorgenommen wird, oft zu einem Medikament, das weit weniger oder gar nicht für den Hund geeignet ist. Grundsätzlich sollte ein Antiepileptikum voll aufdosiert werden bevor ein Wechsel oder eine Add-on-Therapie erfolgt.
Dosisreduktion:
Diese erfolgt nicht selten zu früh, oft schon nach sehr kurzer anfallsfreier Zeit und meist gegen die Anweisung des Tierarztes. Nicht nur ein Therapieabbruch sondern auch vergessene und unregelmäßige Medikamentgaben können zu Entzugskrämpfen führen.
Wir haben für Odin mit Frau Dr. Jensen die beste Ärztin gefunden.
Sie ist immer für uns da.
Ständig eignet sie sich neues Wissen an, um ihre Patienten bestens zu behandeln und die Besitzer umfassend zu informieren.
Sie hat immer ein offenes Ohr für Einwände, so dass man bei ihr nie das Gefühl hat nicht ernst genommen zu werden.
Alle möglichen oder auch nötigen Untersuchungen und Therapien werden umfassend erklärt und es wird gemeinsam eine Entscheidung getroffen.
Wir vertrauen ihr total und deshalb vertrauen wir ihr auch Odin an.