| Hürden-Weltrekord Kubaner Robles läuft Hürden-Weltrekord
Ostrava -
Als Kubas Hürdensprinter Dayron Robles in Ostrava (Tschechien) mit stolz geschwellter Brust neben der Anzeigetafel mit der Weltrekordzeit von 12,87 Sekunden posierte, schlief der als Rekordmann abgelöste Olympiasieger Liu Xiang daheim in Schanghai schon. Das böse Erwachen folgte am Morgen danach: "Von Dayron geht große Gefahr aus, weil er das meiste versteckte Potenzial hat", sagte der 24-Jährige, als er am Freitag nach dem Aufstehen von der Glanzleistung seines Widersachers erfuhr.
57 Tage vor dem Auftakt der Sommerspiele in Peking ist Lius Traum vom zweiten olympischen Gold in Gefahr und Robles der Mann, den China fürchten muss. In einem nahezu perfekten Rennen bei 0,9 Meter pro Sekunde Rückenwind drückte er die zwei Jahre alte Liu-Bestmarke um eine Hundertstelsekunde. "Ich habe mir im Rennen die ganze Zeit gesagt: Gas geben, Gas geben, Gas geben", erzählte der 21-Jährige, der bislang als Kubas Hürden-Juwel galt, bei Großereignissen aber stets nervenschwach war. Nachdem die zuerst angezeigten 12,88 nach unten korrigiert wurden, kannte sein Jubel keine Grenzen mehr: "Da bin ich ausgeflippt", sagte Robles über seinen Tanz durchs Stadion, ehe er für einen Moment innehielt, um sich auf die Bahn zu legen und das denkwürdige Geschehen zu realisieren.
"Jetzt kommt Liu mächtig unter Druck", glaubt der Leipziger EM-Zweite Thomas Blaschek, der sich in 13,49 Sekunden als Sechster der Olympianorm (13,45) näherte. Dagegen glaubt Robles: "Liu braucht keinen Druck von mir, er hat genug von seinen Landsleuten." 1,3 Milliarden Chinesen erwarten von ihrem größten Sportstar neben Basketballer Yao Ming im Olympiafinale am 21. August einen Triumphzug in Gold.
Einen weiteren Weltrekord lief in Ostrava die Äthiopierin Dire Tune mit 18 517 Metern im Stundenlauf.
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