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Nominated 0 Times in 0 Posts TOTW/F/M Award(s): 0 ![]() | Skilaufen im Sommer Oberhof (AP) Die erste Skilanglaufhalle Deutschlands entsteht in Oberhof in Thüringen. Ab Juli kommenden Jahres sollen hier die Spitzensportler ihr Sommertraining für die Olympischen Winterspiele in Vancouver 2010 absolvieren. Unabhängig vom Wetter können dann auch Nachwuchsläufer und Touristen den Skitunnel das ganze Jahr über zu bestimmten Zeiten nutzen. Das Projekt ist in Mittel- und Südeuropa einmalig. Der Wald in der Nähe der Rennschlittenbahn und des Biathlon-Stadions ist gerodet. Derzeit wird die Trasse für das Loipen-Areal gelegt, dessen Konturen sich bereits abzeichnen. Hier werden rund acht Meter breite Tunnelröhren aus Stahlbeton in Schleifenform gelegt, so dass in ihnen pro Trainingsrunde rund zwei Kilometer gelaufen werden können, wie der Landrat des Kreises Schmalkalden-Meiningen, Ralf Luther, erklärt. Die Steigungen oder Abfahrten haben eine Neigung bis zu zwölf Prozent. Wegen der manchmal großen Schneelasten in dem über 800 Meter Höhe gelegenen Gebiet werden die Dächer mit Betonfertigteilen überspannt. Hochisolierte Dämmplatten sorgen für die nötige Abdichtung. Im Bodensystem werden Kühlschläuche für die Schneeschicht, ähnlich wie bei einer Fußbodenheizung, verlegt. Die Auftragssumme beträgt 14,7 Millionen Euro, die sich Bund und Land teilen, 900.000 Euro kommen vom Landkreis dazu. Wintersport-Hochburg Oberhof «Die Temperatur wird durchgängig rund Minus drei Grad Celsius betragen», sagt Luther, der als Landrat Bauherr dieser Anlage ist. Sowohl naturähnlicher Schnee, wie er aus den bekannten Schneekanonen kommt, als auch Schnee auf Eisbasis wird produziert. Der Kunstschnee aus dem Depot kann auch für Wintersport-Höhepunkte in Oberhof genutzt werden, falls es an Naturschnee fehlen sollte wie zum Biathlon-Weltcup im Januar 2007. Damals musste sogar Eis aus Bremerhaven nach Oberhof gebracht werden. Dieses Eis, das sonst die Trawler bunkern, wenn sie zum Fischfang ausfahren, wurde zerhäckselt, so dass eine Art Schnee entstand, dem auch Plusgrade nicht so schnell etwas anhaben konnten. Oberhof ist seit 1884 eine Wintersport-Hochburg, aus der bis heute Langläufer, Biathleten und Rennrodler der Spitzenklasse kommen. Bei den Olympischen Winterspielen in Turin 2006 war Thüringen mit sechs von elf Goldmedaillen überhaupt das erfolgreichste Bundesland. «Das erfolgreiche Abschneiden unserer Sportler und die zentrale Lage Thüringens haben den Deutschen Skiverband dazu bewogen, die Skilanglaufhalle hier zu errichten», erklärt der Leiter des Wintersportzentrums in Oberhof, Wolfgang Filbrich. Die Halle werde auch Spitzensportlern etwa aus Hessen, Sachsen, Niedersachsen oder Baden-Württemberg zur Verfügung stehen. Ein wichtiges Anliegen ist für Filbrich die Unterstützung des Nachwuchses, damit die Stellung Oberhofs als Wintersportzentrum auf absehbare Zeit gesichert bleibt. «Sinnvoll für Spitzensport» Für den Leiter des Instituts für Natursport und Ökologie an der Deutschen Sporthochschule Köln, Ralf Roth, ist diese Anlage für den Spitzensport durchaus sinnvoll. Trotz der Klimaveränderungen wird in den kommenden 15 bis 20 Jahren in den deutschen Mittelgebirgen laut Studien noch Skilaufen möglich sein, wenn auch die Zahl der Kältetage zurückgehen wird, wie Roth sagt. So verzeichnete der Feldberg im Schwarzwald in diesem Jahr 165 Schneetage mit sehr guten Umsätzen. Die Tendenz, nicht mehr so vom Wetter abhängig zu sein, kenne man in nahezu allen Natursportarten, sagt Roth. So werden in den Alpen Schneekanonen eingesetzt. Golf wird auch in Hallen gespielt und es existierten eine Reihe von Badelandschaften in Deutschland mit tropischem Klima. Ob die Skilanglaufhalle aber auch für den Tourismus sinnvoll ist, bezweifelt Roth. «Was man früher vielleicht gedacht hat, dass man eine Halle für den Tourismus baut und die Skifahrer kommen auch im Sommer bei Gluthitze, das ist nicht der Fall», betont Roth. BUND sieht finanzpolitisches Problem Der thüringische Landesvorsitzende des BUND, Burkhard Vogel, sieht in einer solchen Halle weniger ein umweltpolitisches als ein finanzpolitisches Problem. «Klar ist, dass in Oberhof der Schnee weiter zurückgehen wird und Wintersport in absehbarer Zeit nicht mehr unter natürlichen Bedingungen möglich sein wird wegen des Klimawandels», meint Vogel. Ein Skitunnel verursache Folgekosten und trage zum Klimawandel bei. «Ich weiß nicht, ob man die Spitzenstellung der Biathleten aus Oberhof künstlich erhalten kann, wenn einfach die Bedingungen nicht mehr gegeben sind?» fragt Vogel. Im Zeitalter der Globalisierung spiele der Standort auch nicht mehr die ganz große Rolle. «Ob man dadurch den Wintersport in Oberhof rettet - großes Fragezeichen». Quelle : Yahoo! Nachrichten | ||||||||||||||
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