| Kubica lässt Heidfeld alt aussehen
Kubica lässt Heidfeld alt aussehen
Für Nick Heidfeld wird die Luft bei BMW immer dünner. Einen Tag nach seinem 31. Geburtstag musste sich der Deutsche beim Großen Preis der Türkei erneut seinem Teamkollegen Robert Kubica geschlagen geben - bereits zum vierten Mal in dieser Saison. Nur beim Saison-Auftakt in Australien holte Heidfeld mehr WM-Punkte als Kubica: 'Quick Nick' wurde Zweiter, Kubica schied nach einem Unfall aus.
Die Konsequenz: Inzwischen liegt Kubica in der Fahrerwertung als Vierter vier Zähler vor seinem deutschen Stallgefährten. Bei den Qualifying-Duellen steht es schon 5:0 für den Polen. Wie zuvor schon zwei Mal in seiner Karriere droht Heidfeld die Gefahr, von seinem Teamkollegen in den Schatten gestellt zu werden. Bereits von 2001 bis 2005 galt der gebürtige Mönchengladbacher beim damaligen Sauber-Team im Vergleich mit den aktuellen Ferrari-Piloten Kimi Räikkönen und Felipe Massa als der Langsamere.
Im vergangenen Jahr gelang es Heidfeld noch, durch seine Erfahrung im Rennen immer wieder Plätze gegen seinen Teamkollegen gutzumachen. In dieser Saison klappt dies nicht mehr, denn Kubica hat dazugelernt; die agressivere Fahrweise hatte er schon vorher. Heidfeld zeichnen andere Stärken aus: Der Wahl-Schweizer gilt als Team-Motivator und vorzüglicher Entwickler. BMW-Teamchef Mario Theissen ist das neun Millionen Dollar im Jahr wert, Kubica verdient nur ein Drittel davon - ist aber im Wettkampf erfolgreicher.
Zwar läuft Heidfelds Vertrag bei den Weiß-Blauen noch bis 2009. Doch wenn es ihm nicht gelingt, seinen Teamkollegen in den Griff zu bekommen, wird er sich wohl von seinem Traum, dem WM-Titel mit BMW, verabschieden müssen. Kubica hat in Bahrain bereits die erste Pole Position für BMW eingefahren - und momentan scheint er auch näher am ersten BMW-Sieg dran zu sein als Heidfeld. Der wartet bereits seit 138 Grand Prix auf seinen ersten Sieg in der Königsklasse.
Kubica auf dem Weg zu Nummer 1
Der erste Sieg würde Kubica endgültig in die Rolle der Nummer 1 bei BMW katapultieren. Zumal der 23-Jährige ein zusätzliches Druckmittel in der Hand zu haben scheint. Laut Medienberichten sollen Renault und Ferrari Interesse an einer Verpflichtung Kubicas bekundet haben; bei BMW hat er momentan nur eine Option für 2009. Doch Theissen will seine Entdeckung unbedingt halten. Öffentlich gibt sich der BMW-Boss noch unparteiisch, doch Kubica hat wohl längst seine Sympathien erobert.
Spätestens seit der ersten Pole Positon. "Das ist ein Meilenstein. Das war eine super Leistung von Robert", schwärmte Theissen anschließdend und ließ sich gemeinsam mit seinem Schützling von den Fotografen ablichten. Heidfeld flüchtete damals ins BMW-Motorhome, heute in die Hoffnung: "Es ärgert mich natürlich, wenn der Teamkollege vor einem ist", sagte 'Quick Nick' nach dem Türkei-GP. "Die Saison ist aber noch lang. Ich hoffe, dass ich ihn da noch kriege."
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