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Riese auf Reisen - Wie ein ausgedientes U-Boot vom Meer ins Museum kommt (Pit-Bumm, 04.06.2005, 18:28)
Riese auf Reisen - Wie ein ausgedientes U-Boot vom Meer ins Museum kommt
Die ?U 11? wurde 1966 gebaut und 1968 von der Bundesmarine in Dienst gestellt. Nach 35 Jahren wurde sie ausgemustert. Sie war das einzige Ziel-U-Boot der Nato, was bedeutete, dass sie von anderen U-Booten und ?berwasserschiffen zu ?bungszwecken mit Torpedos beschossen wurde. Um vor m?glichen Treffern gesch?tzt zu sein, erhielt die U 11 Anfang der 90-er Jahre einen zus?tzlichen Stahlmantel. Getroffen wurde die U 11 jedoch nie, da die Torpedos entsprechend programmiert sind.
Veraltete Technik
Der Koloss, dessen Gewicht dem von 520 Kleinwagen entspricht, wurde ausgemustert, weil seine Technik veraltet ist. Zudem sind die Dieselmotoren der U 11 nicht mehr zeitgem??. So wird die Bundesmarine in K?rze vier U-Boote mit hochmoderner Brennstoffzellentechnik in Dienst stellen, die damit mehrere Wochen unter Wasser bleiben k?nnen, ohne auftauchen zu m?ssen. Dieselmotoren schaffen nur wenige Tage, zudem verr?t ihr L?rm leichter den Standort des U-Boots.
Reif f?r die Insel
Der Fehmarner Unternehmer Eduard Beneken hatte die Idee, die ausgemusterte U 11 zu kaufen und auf die Ostsee-Insel zu verfrachten. Gemeinsam mit seinen beiden S?hnen und einem Gesch?ftspartner gr?ndete er daf?r die ?U-Boot-Museum Fehmarn GmbH?. Das Boot soll Fehmarns neue Touristenattraktion werden.
Logistischer Kraftakt
Um den Stahlkoloss vom Marinehafen in Wilhelmshaven in den Hafen Burgstaaken auf Fehmarn bef?rdern zu k?nnen, musste ein ungeheurer Aufwand betrieben werden. Zun?chst zogen zwei Schlepper die U 11 zwei Tage lang bis nach Burgstaaken. Dort lagerte man sie an einem Steg. Dann wurde die Landzunge, auf der die U 11 ausgestellt wird, befestigt. Diese war in den 50-er Jahren im Zuge der beliebten ?Butterfahrten? (zollfreie Eink?ufe) k?nstlich aufgesch?ttet worden. Dadurch ist der Boden extrem instabil. Die Last des U-Boots und der Spezialkr?ne h?tte er nicht getragen. Deswegen mussten etwa 100 Betonpfeiler bis zu 15 Meter tief in den Boden gerammt werden. ?berirdisch wurden Stahlmatten ausgelegt, damit die Spezialkr?ne darauf entlang fahren k?nnen.
Hoch das Boot
Innerhalb von einer Woche werden zwei Spezialkr?ne aufgebaut ? 50 Meter hoch, mit einem Gewicht von insgesamt 700 Tonnen. 36 LKW-Ladungen schaffen das gesamte Material nach Fehmarn, montiert wird jeder der beiden Giganten aus etwa 15 Einzelbauteilen. Der Aufbau dauert so lange, weil die Monteure immer abwechselnd Kranbauteile und Ballast aufbauen m?ssen. Denn w?rde man das Eigengewicht der Kr?ne nicht durch Gegengewichte ausgleichen, k?nnten die Konstruktionen kippen. Zus?tzlich zum Eigengewicht m?ssen noch jeweils 260 Tonnen Ballast angebracht werden ? das Gewicht der U 11 auf zwei Kr?ne verteilt.
Der Weg ist frei
Damit die U 11 vom Steg in eine parallele Position zur Landzunge gezogen werden kann, muss dem Unget?m der Weg geebnet werden. Ein d?nischer Spezialbagger hebt f?r die ben?tigte Fahrrinne zweieinhalb tausend Kubikmeter Erdreich aus ? nur um es nach dem Transport des U-Boots wieder zur?ckzuschaufeln.
Hauruck-Aktion
Am 2. Mai ist es dann endlich soweit: Die U 11 soll aus dem Wasser gehievt und an der vorgesehenen Stelle auf der Landzunge postiert werden. Aber es gibt viele Unw?gbarkeiten: Hat der Architekt den Kranballast richtig berechnet? Werden die Zugseile halten? Oder wird gar das U-Boot auseinander brechen?
Zun?chst befestigen Monteure die Zugseile an der U 11. Danach machen sich die Kranf?hrer ans Werk: Mit h?chster Pr?zision ziehen sie das U-Boot ein kleines St?ck heran und nutzen dabei immer den nat?rlichen Auftrieb ? eine vorher genau berechnete Aktion. Nach mehr als vier Stunden ruht der Koloss dann endlich auf Betonpfeilern auf der Landzunge.
Der Bereich um die U 11 wird sp?ter mit Wasser geflutet, so dass der Eindruck entsteht, das U-Boot w?rde schwimmen. Die Besucher werden dann ?ber Pontons in das Innere der U 11 gelangen.
Vorzeitige Er?ffnung
Wichtig f?r alle U-Boot Fans: Die U 11 kann voraussichtlich schon ab Mitte Juni und nicht, wie bisher angek?ndigt, ab 1. Juli besichtigt werden!
? Welt der Wunder GmbH
Quelle:
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