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Duell ?ber den Wolken ? Welcher Superjumbo hat in Zukunft die Nase vorne? (Pit-Bumm, 06.05.2005, 20:26)
Duell ?ber den Wolken ? Welcher Superjumbo hat in Zukunft die Nase vorne?
27. April 2005, Toulouse, Frankreich: Um 10:29 Uhr stellt der Testpilot Jacques Rosay die Schubhebel auf Vollgas. Nach 1.200 Metern auf der Startbahn streckt der Superjumbo seine Nase gen Himmel. Mit dem gelungenen Start hat der A380 die erste H?rde genommen. W?hrend am Boden die Sektkorken knallen, steuern die Piloten den neuen Airbus Richtung Atlantik. Aus Sicherheitsgr?nden soll er sein erstes Testprogramm ?ber unbewohntem Gebiet absolvieren.
Mit dem gelungenen Start hat Airbus den Rivalen Boeing vom Thron gesto?en. Denn bis jetzt kam der gr??te Passagierjet aus Seattle und nicht aus Toulouse. Die Amerikaner setzen jetzt auf ein kleineres, leichteres Flugzeug, die 787, genannt ?Dreamliner?. In zwei Jahren soll sie fliegen.
Allerdings braucht der A380 mehr Tests als vorgesehen. Deshalb hat Airbus jetzt die Auslieferung des ersten A380 auf Oktober 2006 verschoben. Die ersten Passagiere sollen mit Singapur Airlines von London nach Singapur fliegen. Als erste deutsche Airline folgt ein Jahr sp?ter die Lufthansa.
Der Dreamliner von Boeing: kleiner, leichter, sparsamer
Die Ingenieure bei Boeing in Seattle arbeiten seit drei Jahren an einer Antwort auf den A380. Sein Name: ?Dreamliner?, oder n?chtern: 787. Dieses Flugzeug soll nur halb so gro? sein wie der Airbus-Gigant und auch nur halb so viele Passagiere transportieren. Statt auf Gr??e setzt Boeing auf neue Materialien und neue Technik. Das Zauberwort hei?t Karbon. Der komplette Rumpf der 787 soll aus dem leichten Kohlefaserwerkstoff bestehen. In der zivilen Luftfahrt eine Revolution.
Aufw?ndige und teure Fertigung
Allerdings: Die Fertigung ist aufw?ndig und teuer. Schicht f?r Schicht des Materials m?ssen riesengro?e Wickelanlagen ?bereinander aufbringen. Die Bauteile von der Gr??e eines Rumpfes werden sp?ter in einem entsprechend gro?en Backofen geh?rtet. Bei Airbus verwendet man stattdessen haupts?chlich das schwerere Aluminium, das allerdings g?nstiger und einfacher zu verarbeiten ist. Der Karbonflieger ist in zwei unterschiedlichen L?ngen geplant - f?r 200 bis 300 Passagiere. Au?erdem will Boeing Kurz- und Langstreckenvarianten mit unterschiedlich gro?en Fl?geln anbieten. Das Besondere am Dreamliner soll aber nicht nur sein geringes Gewicht sein.
Mehr Platz, mehr Sicht
Ein neues Kabinenkonzept bietet den Passagieren mehr Platz als bisherige Jets vergleichbarer Gr??e. Der Dreamliner ist mit einem ovalen Rumpf geplant. Daraus ergeben sich einige Vorteile: ein Plus an Kopffreiheit und gr??ere Gep?ckf?cher. Damit die Passagiere nicht mehr unter der trockenen Luft leiden, soll eine neue Klimaanlage die Luft befeuchten. Mit der einschiebbaren Toilette l?sst sich bei Bedarf der Gang verbreitern ? zum Beispiel beim Ein- und Aussteigen.
Geradezu revolution?r sind die geplanten Fenster. Sie sind doppelt so gro? wie bisher. Boeing verspricht ein v?llig neues Fluggef?hl. M?glich werden diese gro?en Fenster, weil der Karbonrumpf robuster als die traditionellen Aluminiumkonstruktionen ist. Unter der Au?enhaut des Dreamliners verlaufen auch keine tragenden Teile. Bei einem heutigen Passagierjet begrenzen Quertr?ger die Fensterbreite. Die Fenster im Dreamliner sollen jetzt so gro? sein, dass selbst Passagiere auf den Mittelpl?tzen einen Blick nach drau?en erhaschen k?nnen. Die gro?en Fenster im Dreamliner sollen allerdings noch mehr k?nnen: Sie haben keine Rollos, stattdessen verdunkeln sie sich auf Knopfdruck mit Hilfe eingearbeiteter Kristalle.
Weniger L?rm, weniger Abgase
Die auff?llige Form des Dreamliners haben Aerodynamiker jahrelang im Computer berechnet und optimiert. Jetzt laufen die ersten Tests im Windkanal. Das Ziel: Der Jet soll nicht nur windschnittiger und sparsamer werden, sondern auch leiser. Neben der Aerodynamik entscheiden die Triebwerke ?ber die Ger?uschkulisse des Flugzeuges. F?r den Dreamliner entwickeln die Ingenieure eine v?llig neue Generation von D?sentriebwerken. Die 787 soll so leise sein, dass sie auf den meisten Flugh?fen sogar noch nach Mitternacht starten darf.
Damit w?re der Dreamliner ein Flugzeug der Superlative: leichter ? leiser - sparsamer.
Experten sind allerdings skeptisch, ob der Dreamliner alle Erwartungen erf?llen kann und wie geplant 2008 abhebt. Zwar traut man Boeing zu, alle technischen Ziele zu erreichen. Ob dies zu dem kalkulierten Preis m?glich ist, wird jedoch bezweifelt. Andersherum m?sste der Dreamliner auf einige seiner angestrebten F?higkeiten verzichten, um den Verkaufspreis zu halten.
Vielseitiger Airbus-Gigant
Der A380 wird die Linienmaschine der Superlative. Sein Rumpf bietet ein Drittel mehr Raum als der bisherige Rekordhalter, der Jumbojet vom Typ Boeing 747. Bis zu 840 Passagiere finden auf zwei Etagen Platz. Diese Zahl gilt f?r eine Einklassenbestuhlung. Die meisten Airlines werden aber drei Klassen anbieten und dabei 500 - 550 Sitze einbauen. Neben dem jetzigen A380-800 soll es sp?ter noch eine k?rzere Variante mit l?ngerer Reichweite geben: den Airbus A380-700. Er h?tte vermutlich 450 Sitze bei drei Klassen und bis zu 700 Sitze bei einer Klasse. Die verl?ngerte Version ist der A380-900. Hier w?ren bis zu 1.000 Pl?tze bei einer Klasse und 650 Sitze in einer drei-Klassen Bestuhlung denkbar.
Der A380 kann jederzeit verk?rzt oder verl?ngert werden
Derzeit wird aber nur der A380-800 als Passagierjet und Frachter gebaut. ?ber die genaue Auslegung zuk?nftiger Varianten entscheidet alleine der Wunsch der Airlines. Allerdings wurde der A380 so konstruiert, dass er jederzeit verk?rzt oder verl?ngert werden kann. Auch Sanit?ranlagen, Bel?ftungssysteme und Stromversorgung sind auf die zuk?nftigen Anforderungen vorbereitet. Darin unterscheidet sich der A380 von der Boeing 747, die es derzeit nur in einer Gr??e gibt.
Jede Menge Komfort
Die Kabinenausstattung sollen sich die Airlines sp?ter einmal individuell zusammenstellen k?nnen. Um herauszufinden, was technisch machbar ist, hat Airbus in Toulouse ein ?Passagierlabor? gebaut, genannt Design Mockup. Hier testen Innenarchitekten, ob die Vorstellungen der verschiedenen Luftfahrtgesellschaften realisierbar sind. Neben Bars sind auch Duty-Free-Shops und Boutiquen geplant. Ein Novum in der zivilen Luftfahrt des 21. Jahrhunderts. Denn in den letzten Jahrzehnten sparten viele Airlines am Komfort, die Passagiere hatten immer weniger Platz. Beim A380 soll das anders werden.
Kampf zweier Denkmodelle
Mit dem Jungfernflug des A380 hat Airbus die Dominanz des US-Konkurrenten Boeing im Markt der Gro?raumflieger gebrochen. Endg?ltig geschlagen sind die Amerikaner deswegen nicht. ?ber 20 Airlines orderten schon ?ber 250 Maschinen der sparsamen Boeing 787, obwohl diese erst in zwei Jahren zum Erstflug starten wird. Die 787, genannt ?Dreamliner?, ist halb so gro? wie der A380 und bef?rdert nur knapp halb so viele Passagiere. Doch mit moderner Leichtbautechnik soll der neue Jet aus Seattle sehr sparsam sein.
Direktfl?ge oder Drehkreuze?
Der Konkurrenzkampf ist voll entbrannt. Zwei verschiedene Denkmodelle treffen aufeinander. Boeing glaubt, dass die Flugg?ste in Zukunft mehr Direktverbindungen w?nschen. Zum Beispiel D?sseldorf - Los Angeles. Oder Stuttgart - Detroit. Daf?r ist die kleine, sparsame 787 mit langer Reichweite ideal. Die Passagiere sparen sich das Umsteigen. Airbus glaubt jedoch, dass der Linienverkehr zwischen den Drehkreuzen weiter steigt. Also Frankfurt - New York. Oder M?nchen - Chicago. Daf?r w?re der gro?e A380 bestens geeignet. Experten erwarten ein Wachstum in beiden Segmenten, wobei Direktfl?ge eher teurer sind und sich f?r Gesch?ftsreisende lohnen und die Verbindungen ?ber die Drehkreuze eher von Touristen bevorzugt werden d?rften.
? Welt der Wunder GmbH
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