|
Gast
|
Gef?hrliches Biest - Dem Werwolf auf der Spur (Pit-Bumm, 29.04.2005, 22:22)
Gef?hrliches Biest - Dem Werwolf auf der Spur
Bei Vollmond formen sich die Z?hne zum Raubtiergebiss, das Gesicht w?lbt sich zur Wolfsschnauze, ein haariger Pelz sprie?t aus der glatten Haut ? so zeigen Hollywood-Filme die Verwandlung zum Werwolf. Doch der Mythos um die blutr?nstige Bestie ist keine Erfindung moderner Schriftsteller oder Filmemacher. Bereits im Mittelalter und zu Beginn der Neuzeit kam es zu regelrechten Werwolf-Hysterien. Grausige Ber?hmtheit erlangte im 18. Jahrhundert die ?Bestie von G?vaudan?. Doch wie kam es zu dieser Vorstellung, dass sich Menschen in W?lfe verwandeln k?nnen? Kann vielleicht die Medizin helfen, das R?tsel um den Werwolf zu l?sen?
Die Bestie von G?vaudan
Mehr als 100 Jahre sp?ter erlangte ein anderer Fall grausige Ber?hmtheit, von dem auch der Kinofilm ?Pakt der W?lfe? handelt: Der so genannten Bestie von G?vaudan fielen im S?den Frankreichs zwischen 1764 und 1767 mehr als 100 Menschen zum Opfer. Nur wenige, die sie zu Gesicht bekamen, ?berlebten. Schon bald machten bei den Bauern im Land Ger?chte ?ber einen blutr?nstigen Werwolf die Runde.
Ein Mischling aus Wolf und Dogge?
Auch nachdem die k?niglichen J?ger Ludwig XV. das Tier angeblich erlegt hatten, ging das Morden weiter. Merkw?rdigerweise wiesen die Opfer nun nicht nur Bisswunden auf ? ihnen waren auch die Kehlen durchgeschnitten worden. Trieb hier also ein Serienm?rder sein Unwesen, der gemeinsam mit einem Raubtier auf die Jagd ging? Nach dreij?hrigem Morden soll die Bestie endlich erlegt worden sein. Aufgrund zeitgen?ssischer Beschreibungen glauben Wissenschaftler heute, dass es sich um einen Mischling aus Wolf und Dogge handelte. Was auch die enorme Kraft und Aggressivit?t des Tieres erkl?ren w?rde. Endg?ltig gekl?rt wurde das R?tsel um die Bestie von G?vaudan aber nie.
W?lfe zogen Menschenkinder auf
Doch wie kam es, dass so oft die Verbindung zwischen Mensch und Wolf hergestellt wurde ? und nicht die mit irgendeinem anderen Tier? Ein Grund d?rfte sicherlich sein, dass das soziale Verhalten der W?lfe demjenigen der Menschen ?hnelt. Bei beiden gibt es kleinfamili?re Strukturen, Alpha-Tiere sowie klare Hierarchien. Im Notfall helfen sich Gruppenmitglieder gegenseitig, betreuen die Kinder gemeinsam, gehen zusammen auf die Jagd. Die Lebensweise und das Verhalten der Tiere macht es sogar m?glich, dass Menschenkinder in ihrer Obhut in der Wildnis ?berleben konnten. Bekannt ist zum Beispiel ein Fall aus Indien, wo in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts drei Kinder von W?lfen aufgezogen wurden. Nach ihrer R?ckkehr zu den Menschen verhielten sie sich zun?chst so, wie sie es von ihren Wolfseltern gelernt hatten. Besonders aggressiv oder gar blutr?nstig waren solche ?Wilden Kinder? allerdings nie ? und damit auch kein Vorbild f?r die Schauerm?r vom gef?hrlichen Werwolf.
Werwolf-Symptome
Gibt es vielleicht eine medizinische Erkl?rung f?r den Glauben an Werw?lfe? Pr?gten den Mythos etwa die so genannten Wolfsmenschen, die auch im Gesicht und oft am ganzen K?rper extrem behaart sind? Die Betroffenen leiden unter einer kongenitalen Hypertrichose, einem Gendefekt, der nur sehr selten vorkommt. Doch im Mittelalter und der Fr?hen Neuzeit fielen Tausende der Werwolfverfolgung zum Opfer ? nie war unter den Get?teten ein Wolfsmensch. Diese dicht behaarten Kreaturen galten nicht als gef?hrlich, vielmehr wurden sie als Attraktionen an K?nigsh?fen und auf Jahrm?rkten gezeigt. Insofern k?nnen Wolfsmenschen h?chstens optisch als Vorbild f?r Werw?lfe gedient haben.
Steckt die Tollwut hinter dem Werwolf-Mythos?
Doch es gibt Krankheiten, die bei Menschen tats?chlich ?werwolfartiges? Verhalten hervorrufen. Eine davon ist die Tollwut, eine lebensbedrohliche, durch Viren ausgel?ste Infektionserkrankung, die in der Regel durch den Biss eines erkrankten Tieres ?bertragen wird. Zu den Symptomen z?hlen Speichelfluss aus dem Mund, aggressive Gem?tszust?nde, starke Schmerzen an der Bissstelle, Angstgef?hle, Panik vor Wasser, die zu Kr?mpfen und L?hmungen, im Extremfall sogar zum Tod f?hren kann.
Opfer im Wahn zerfleischt
M?glicherweise hat auch eine bestimmte Art von Schizophrenie den Glauben an die Existenz von Werw?lfen best?rkt: Von der Lykantrophie Betroffene ? der Begriff ist aus den griechischen W?rtern Lykos (Wolf) und Anthropos (Mensch) gebildet ? haben die Vorstellung, sich in einen blutr?nstigen Wolf zu verwandeln. Ein Mann, der jemand anderen in einem solchen Wahn zerfleischt hatte, erkl?rte sp?ter in der Psychiatrie, dass er den Eindruck gehabt h?tte, seine Z?hne w?rden wachsen und seine Haut w?rde sich in ein Fell verwandeln. Zudem h?tte er das Gef?hl bekommen, rasend zu werden ? und die Lust zu t?ten sowie Lust auf frisches Fleisch und Blut.
Nur Silberkugeln helfen
Wie auch immer genau er entstand ? der Mythos vom Werwolf ist ?hnlich wie der vom Vampir nicht mehr aus dem modernen Horror-Genre wegzudenken. Und wie sein blutsaugender Vetter kann auch der Werwolf nur auf eine ganz besondere Weise get?tet werden: Mit Gewehr- oder Pistolenkugeln aus Silber, einem Metall, das seit jeher als heilig galt und dem deshalb magische Kr?fte zugeschrieben wurden.
Vom Mythos zur Hysterie
Die Vorstellung, dass Menschen Wolfsgestalt annehmen k?nnen, ist alt. Im Gilgamesch-Epos zum Beispiel wird ein Sch?fer von der G?ttin Ishtar in einen Wolf verwandelt. Und in der griechischen Mythologie tut der G?ttervater Zeus dem arkadischen K?nig Lykaon dasselbe an. Auch war es bei den Skythen, einem n?rdlich des Schwarzes Meeres lebenden Reitervolk, Brauch, sich bei kultischen Festen ein Wolfsfell umzuh?ngen und so mit einem wolfsgestaltigen Gott zu vereinen. Herodot berichtet sogar, dass die Einheimischen behaupteten, sie w?rden sich jedes Jahr f?r einige Tage in W?lfe verwandeln.
Tausende wurden als Werw?lfe verbrannt
Auch im mittelalterlichen Europa war der Glaube an Werw?lfe weit verbreitet. Was die Fr?he Neuzeit betrifft, m?ssen die Ungeheuer auf dem ganzen Kontinent ihr Unwesen getrieben haben ? zumindest wenn man den Inquisitoren und Gelehrten der Zeit Glauben schenkt. Tausende M?nner brachte die Anschuldigung, ein Werwolf zu sein, auf den Scheiterhaufen.
Vor allem Au?enseiter beschuldigt
Wie sich aus alten Akten und Berichten herauslesen l?sst, galten vor allem Au?enseiter der Dorfgemeinschaft als potentielle Werw?lfe. Das zeigt zum Beispiel der Fall des Viehhirten Johann Huke aus dem fr?hen 17. Jahrhundert. Der Eigenbr?tler hatte nicht nur die Funktion eines Tierarztes, ihm wurden auch magische Kr?fte zugeschrieben, so dass die Bauern ihr Vieh zum Schutz vor W?lfen von ihm segnen lie?en. Als der Wolfsbann einmal versagte, beschuldigte der betroffene Bauer den Hirten, als Werwolf sein Schaf gerissen zu haben ? was dieser unter der Folter auch gestand. Wie tausend andere angebliche Werw?lfe wurde Johann Huke auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
? Welt der Wunder GmbH
Quelle:
Um in diesem Forum Links und Bilder sehen zu können, müssen Sie 1 oder mehr Beiträge verfasst haben. Ihr Beitragszähler steht derzeit bei 0 ! Bitte registrieren Sie sich kostenlos bei Boards-United oder loggen Sie sich ein, wenn Sie bereits einen Account haben.
|