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Das gro?e Zittern - Wie Forscher Erdbeben vorhersagen wollen (Pit-Bumm, 23.04.2005, 19:12)
Das gro?e Zittern - Wie Forscher Erdbeben vorhersagen wollen
Erdbeben sind eine t?dliche Gefahr. Zwar ist bekannt, welche Regionen auf der Welt besonders gef?hrdet sind, doch eine genaue zeitliche Voraussage zu treffen, wann sich ein Erdbeben ereignen wird, stellt eine enorme Herausforderung an die Wissenschaftler dar. Der Geologe Jeffrey King erforscht seit Jahren eine der risikoreichsten Erdbebenzonen der Erde. Seine These: Entlang der Plattengrenze der Nordanatolischen Verwerfung pflanzen sich Beben immer weiter nach Westen fort. Stimmt das, k?nnte bereits die n?chste gro?e Ersch?tterung eine Katastrophe ausl?sen, denn die Erdfalte f?hrt nur knapp an der t?rkischen Millionenmetropole Istanbul vorbei.
Die Plattentektonik und ihre Folgen
Erdbeben k?ndigen sich nicht an. Sie kommen aus dem Nichts. Schuld daran ist die Bewegung der Erdplatten. J?hrlich bewegen sie sich weltweit im Durchschnitt um etwa sechs Zentimeter. Sto?en zwei der gigantischen Platten aufeinander, entstehen extreme Spannungen. Ein Erdbeben entsteht, sobald das Gestein im Untergrund diesen Belastungen nicht mehr standh?lt und unvermittelt nachgibt.
Risikoregion San Andreas Graben
Die wohl bekannteste Risikoregion ist der San Andreas Graben in Kalifornien. Hier schieben sich die pazifische und die nordamerikanische Platte ?bereinander. Die eine dr?ngt nach Nordwesten, die andere nach S?dosten. Immer wieder kommt es hier zur Verkeilung der Plattenr?nder. Jedes Mal, wenn sie sich wieder voneinander l?sen, verursachen sie Ersch?tterungen an der Erdoberfl?che ? mit jeweils unterschiedlicher St?rke.
Gefahrenzone Nordt?rkei
Eine weitere Krisenregion befindet sich im Norden der T?rkei. Millionen Menschen leben hier an einer der gef?hrlichsten Plattengrenzen der Erde, der Nordanatolischen Verwerfung. Sie erstreckt sich ?ber tausend Kilometer. Innerhalb der vergangenen 70 Jahre haben sich hier mehr als 30 gro?e Beben ereignet: So forderten 1939 schwere Erdst??e tausende Opfer in Erzincan. Im Jahre 1967 bebte 700 Kilometer weiter westlich die Erde in der Provinz Adapazari, zahlreiche Gemeinden versanken in Schutt und Asche. Wieder rund 30 Jahre sp?ter wurde das 100 Kilometer westlich gelegene Izmit ersch?ttert. Zehntausende fanden den Tod.
Den Gesetzm??igkeiten der Beben auf der Spur
Professor Jeffrey King, der den Gesetzm??igkeiten der Erdbeben auf der Spur ist, warnt: Das n?chste gro?e Beben k?nnte die weiter westlich gelegene Millionenmetropole Istanbul in Schutt und Asche legen und hunderttausende Opfer fordern. Denn er vermutet, dass sich die Beben entlang einer Linie Richtung Westen fortpflanzen. Mit Hilfe umfassender Daten aus den vergangenen Jahrzehnten versucht der Geologe vom Institut de Physique du Globe Paris seine Theorie anhand eines Computermodells zu beweisen.
Belege aus der Vergangenheit?
Untermauern sollen Kings Theorie Erdbebenkatastrophen aus der Vergangenheit. Schriftliche ?berlieferungen belegen: Vor 2.250 Jahren ersch?tterte ein heftiges Beben die Region rund um die Mittelmeerinsel Kreta. W?hrend der folgenden zw?lf Jahre ereigneten sich hier elf weitere Beben katastrophalen Ausma?es.
Problematische Prognosen
Die Entdeckung, dass Erdbeben in einer Region in kurzen Abst?nden aufeinander folgen k?nnen, treibt die Wissenschaftler dazu an, ihre Untersuchungen zu intensivieren.
Falsche Prognosen ? falsche Theorie?
So besch?ftigt sich der Geologe Ross Stein intensiv mit dem San Andreas Graben in Kalifornien. Dank hunderter Messstationen ist dieser das am besten dokumentierte Erdbebengebiet weltweit. Mit Hilfe umfassender Daten zu Tiefe und Ausrichtung der einzelnen Beben sowie dar?ber, in welchem Ausma? sich dabei jeweils die Erdplatten ?bereinander geschoben haben, will der Forscher herausfinden, wie sich zwei Beben gegenseitig antreiben. Steins Theorie: Durch das Verschieben der Erdplatten kommt es zu einem ersten Beben, dessen Energie wie in einem Stromkabel entlang der Plattengrenze weitergeleitet wird, wodurch das Nachbeben ausgel?st wird.
Auf der Basis dieser These stellte er Prognosen. Diese erwiesen sich jedoch als falsch.
Niemand h?rte auf die Warnung
Dennoch analysierte der Geologe Jeffrey King das Risikogebiet im Norden der T?rkei auf der Basis von Steins Modell und prognostizierte den Ort des n?chsten Bebens. Doch seinen Warnungen wurde keine Beachtung geschenkt. Ein fataler Fehler, denn King hatte recht: Am 17. August 1999 bebte in der Stadt Izmit die Erde, fast 30.000 Menschen starben.
Ist Istanbul in Gefahr?
Die Daten von Izmit deuten darauf hin, dass ein Erdsto? im Westen der Stadt folgen wird. Wo das genau sein k?nnte, ist unklar, aber die Risiken sind hoch: Denn westlich von Izmit liegt die Millionenmetropole Istanbul, nur 20 Kilometer von der Nordanatolischen Verwerfung entfernt. Wie gef?hrdet Istanbul tats?chlich ist, kann King nicht beurteilen, da die Vorhersageverfahren zu hohe Fehlerquoten aufweisen. Immer noch bleiben Erdbeben trotz intensiver Forschung ein unberechenbares Naturph?nomen.
? Welt der Wunder GmbH
Quelle:
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