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Lebensretter Schleudersitz - Piloten trainieren den Ausstieg (Pit-Bumm, 08.04.2005, 20:16)
Lebensretter Schleudersitz - Piloten trainieren den Ausstieg
In ?berschallsschnellen D?senjets ist er oft die einzige Chance zu ?berleben: der Schleudersitz. ?ber 12.000 Jetpiloten sind seit seiner serienm??igen Einf?hrung vor 60 Jahren mit ihm ausgestiegen. Damals funktionierten Schleudersitze noch mit Pressluft, heute katapultiert ein ganzes Paket von Raketen die Piloten aus dem Cockpit. Bereits zwei Sekunden nach der Aktivierung schweben die Geretteten sicher zur Erde.
Damit im Ernstfall auch alles klappt, wird bei der Entwicklung von Schleudersitzen ausgiebig mit Dummies getestet. Und die Jetflieger der Bundeswehr ?ben jedes Jahr den Ausstieg auf hoher See.
Der Sprung ins kalte Wasser
Moderne Flugzeuge verlangen das perfekte Zusammenspiel von Mensch und Technik. Denn bei Geschwindigkeiten im ?berschallbereich bleibt bei Gefahr keine Zeit zum ?berlegen. Damit der Notausstieg immer und ?berall funktioniert, m?ssen jedes Jahr 380 Jetflieger der Bundeswehr das ?berleben auf See ?ben.
Solche j?hrlichen Ausstiegslehrg?nge sind Pflicht. Denn jeder Flugzeugtyp ist anders, die Konstruktionsdetails unterschiedlich. Nur wenn die Insassen jeden Handgriff reflexartig beherrschen, haben sie im Ernstfall eine Chance.
Doch selbst wenn ein Flieger heil aus dem Cockpit herausgekommen ist, sind nicht alle Gefahren ?berstanden ? besonders auf hoher See. Hier drohen Unterk?hlung und Ertrinken. Ein Wettlauf mit dem Tod.
H?rtetest in der Nordsee
Das ?ben im eiskalten und tr?ben Wasser der Nordsee gilt als der ultimative H?rtetest. Die Pr?fung ist nicht ungef?hrlich. W?hrend des gesamten Ablaufs wird jeder Teilnehmer von den Ausbildern genauestens beobachtet ? damit diese notfalls sofort eingreifen k?nnen. Wenn schlie?lich der Helikopter kommt, m?ssen die Flieger es schaffen, sich trotz ausgek?hlter H?nde und Gliedma?en am Rettungsseil einzuklinken. Riskant ist auch das Abseilen auf das Schiff: F?r die Soldaten im Gurt eine kr?ftezehrende Angelegenheit, f?r die Hubschrauberpiloten ein schwieriges Man?ver.
Wer den Lehrgang bestanden hat, darf sich wieder ins Flugzeug setzen ? und hoffen, dass er den Schleudersitz in Wirklichkeit niemals aktivieren muss.
Herstellung und Tests
Die britische Firma Martin Baker ist heute f?hrend in der Produktion von Schleudersitzen. Mehrere Wochen ben?tigen Techniker und Ingenieure, um einen einzigen lebensrettenden Sitz zusammenzubauen und zu ?berpr?fen. Jedes Bauteil wird Temperaturen von minus 54 bis plus 93 Grad Celsius ausgesetzt. Zus?tzlich muss der nur knapp ?ber 60 Kilogramm wiegende Sitz Vibrationen, Feuchtigkeit, Staub und elektromagnetischen St?rungen standhalten. Die ultimative Pr?fung ist der Ausstiegstest: Mit einem Raketenschlitten wird der Schleudersitz auf ?ber 1.000 Stundenkilometer beschleunigt und dann mit einem Dummy aus dem Cockpit katapultiert.
Der Lebensretter muss auch knapp ?ber dem Boden funktionieren. Deshalb wird er in eine H?he von 100 Metern geschossen ? was gerade ausreicht, damit sich die Fallschirme entfalten k?nnen.
Hightech-Dummies im Einsatz
Die meisten Tests der Entwicklungsingenieure w?ren f?r Versuchspersonen lebensgef?hrlich. Deshalb werden heutzutage hochkomplizierte Dummies eingesetzt. 130 Sensoren messen die Kr?fte, die auf eine solche Puppe einwirken. Die Auswertung der Daten liefert dann Informationen, welche Verletzungsgefahren den Piloten drohen w?rden.
Geschichte und Funktionsweise
In den Anfangszeiten der motorisierten Luftfahrt retteten sich Piloten mit Fallschirmen ? nachdem sie mit eigener Kraft aus dem Flugzeug geklettert waren. Doch je schneller die Maschinen flogen, desto problematischer wurde dieser k?hne Sprung ins Freie: Der Pilot musste sich mit enormer Kraft gegen den Winddruck stemmen ? was oft nur mit akrobatischen Tricks gelang. Und selbst dann bestand die Gefahr, dass er ins Leitwerk geriet oder sein Fallschirm zerrissen wurde. Eine Alternative musste her.
Von Pressluft zu Dynamit
1941 konstruierten deutsche Wissenschaftler die ersten mit Pressluft getriebenen Katapultsitze. Die Piloten mussten sich allerdings immer noch selbst?ndig von ihrem Sitz befreien ? und konnten dann erst den Fallschirm ?ffnen. Der erste Notausstieg erfolgte am 13. Januar 1943 bei einem misslungenen Testflug einer Heinkel He 280.
Nach Kriegsende griff der englische Ingenieur James Martin die deutsche Erfindung auf und entwickelte sie weiter. Martin verwendete statt Pressluft Dynamitladungen, um die Sitze auf die gew?nschte H?he zu katapultieren. 1946 lie? sich Bernard Lynch ? ein Mechaniker von Martin ? damit zum ersten Mal aus einem Flugzeug schie?en. Der
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Um in diesem Forum Links und Bilder sehen zu können, müssen Sie 1 oder mehr Beiträge verfasst haben. Ihr Beitragszähler steht derzeit bei 0 ! Bitte registrieren Sie sich kostenlos bei Boards-United oder loggen Sie sich ein, wenn Sie bereits einen Account haben. war erfolgreich. Ab da wurden Kampfflugzeuge serienm??ig mit Schleudersitzen ausgestattet.
Ausstieg mit dem Schub eines Flugzeugtriebwerks
So funktioniert ein moderner Schleudersitz: Nach dem Ziehen des Ausl?segriffs wird der Pilot innerhalb von nur 0,2 Sekunden von den Gurten in den Sitz zur?ckgerissen. Denn nur in v?llig aufrechter Sitzposition h?lt die Wirbels?ule die enorme Beschleunigung beim Ausstieg aus. Fast gleichzeitig z?ndet die Katapultkanone, eine Viertelsekunde sp?ter ein ganzes Paket von Raketen unterhalb des Sitzes. Je nach Flugzeugtyp l?st sich die Glaskanzel komplett oder sie wird zersprengt. Dann schie?t der Sitz samt Pilot mit der Schubkraft eines Flugzeugtriebwerks in die H?he ? 200 Meter pro Sekunde. Jetzt entfalten sich Steuerschirme und stabilisieren den Flug. Der Hauptschirm zieht den Piloten automatisch aus dem Sitz und tr?gt ihn sicher zur Erde. Bei einer zweisitzigen Maschine z?ndet immer der hintere Schleudersitz zuerst. So k?nnen die Aussteiger in der Luft nicht zusammensto?en.
? Welt der Wunder GmbH
Quelle:
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