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T?dliche Woge - Wie Tsunamis entstehen (Pit-Bumm, 06.03.2005, 16:33)
T?dliche Woge - Wie Tsunamis entstehen
Naturkatastrophen haben Menschen schon immer in Angst und Schrecken versetzt, besonders wenn es sich um ein so pl?tzlich auftretendes Ph?nomen wie eine Tsunami-Welle handelt. Die Woge ist deshalb so gef?hrlich, weil sie sich auf hoher See fast unsichtbar unter der Wasseroberfl?che ausbreitet. Erst in der flacheren K?stenregion t?rmt sie sich zur vernichtenden Flutwelle auf ? im Extremfall bis zu 100 Meter hoch.
Die Riesenwelle, die am zweiten Weihnachtsfeiertag die K?sten S?dostasiens erreichte, traf die Bev?lkerung dort v?llig unvorbereitet und brachte Zehntausenden den Tod. H?tte man das Ausma? der Vernichtung mit Hilfe eines Tsunami-Fr?hwarnsystems verringern k?nnen? Die Frage kommt f?r die vielen Flutopfer zu sp?t. Doch f?r die Zukunft gilt es vorzusorgen, damit im Falle einer ?hnlichen Katastrophe viel mehr Menschenleben gerettet werden k?nnen.
Riesenwelle mit katastrophalen Folgen
Ein Tsunami ist wohl eine der verheerendsten Naturkatastrophen, die den Menschen treffen kann. Bereits eine vergleichsweise kleine Flutwelle von drei Metern kann an einer ungesch?tzten flachen K?ste mehrere hundert Meter tief ins Land eindringen und f?r gewaltige Verw?stungen sorgen. Doch nicht nur bei ihrem Vorw?rtsdringen richtet die Welle verheerende Sch?den an. Wenn sich die Wassermassen wieder zur?ckziehen, wird durch den Sogeffekt vieles hinaus auf die offene See gesp?lt.
Da die Riesenwellen so unvermittelt auftreten, rei?en sie auch immer wieder zahlreiche Menschen in den Tod. Weltweit wurden in den letzten zehn Jahren 82 Tsunamis registriert, die mehrere tausend Opfer forderten. Die aktuelle Katastrophe in S?dostasien hat m?glicherweise sogar ?ber 100.000 Menschenleben gekostet.
Doch eine Gefahr ist nicht nur die Welle an sich, auch die Verw?stung, die sie anrichtet, hat schwerwiegende Folgen. Da nach einer Flutkatastrophe sauberes Trinkwasser meist Mangelware ist, stellt der Ausbruch von Epidemien ebenfalls ein gro?es Risiko f?r die Menschen dar.
Deiche und ***kuierung ? der einzige Schutz gegen Tsunamis
Heutzutage ist es m?glich, die Sch?den eines Tsunamis, vor allem was die Zahl der Opfer betrifft, zu begrenzen. In Japan sch?tzen sich viele St?dte mit m?chtigen Deichen vor den Riesenwellen. Allerdings hilft eine solche Schutzvorrichtung nicht immer. Deswegen ist es ?u?erst wichtig, vor allem die Gebiete unmittelbar an der K?ste rechtzeitig zu ***kuieren.
Bis die Welle von ihrem Ausgangspunkt am Meeresgrund, dem Epizentrum, aus die K?ste erreicht hat, k?nnen bei gr??erer Entfernung einige Stunden vergehen. Der betroffenen Bev?lkerung bleibt theoretisch gen?gend Zeit, um sich in Sicherheit zu bringen. Voraussetzung daf?r ist nat?rlich, dass sie rechtzeitig gewarnt wird. Doch wie kann man wissen, wann die Gefahr einer gro?en Tsunami-Welle droht?
Gefahr aus den Tiefen des Meeres
Ein Tsunami ist ein vor allem aus dem Pazifik bekanntes Naturph?nomen, das aber im Prinzip ?berall auftreten kann. Das Wort ?Tsunami? kommt aus dem Japanischen und bedeutet w?rtlich ?bersetzt ?gro?e Welle im Hafen?. Den Begriff pr?gten japanische Fischer, die w?hrend ihrer Arbeit auf hoher See keine ungew?hnlich hohen Wellen bemerkt hatten, doch als sie vom Fischfang zur?ckkehrten, ihren Heimathafen durch eine Riesenwelle verw?stet vorfanden.
Aber woran liegt es, dass die Fischer in ihren Booten den Tsunami nicht bemerkten? Ausgel?st werden solche Flutwellen in der Regel durch unterseeische Beben und treten auf offener See zun?chst nicht an die Wasseroberfl?che. Erst wenn eine Tsunami-Welle im flachen Uferwasser ankommt, wird sie abgebremst und kann sich bis zu 40 Meter, im Extremfall sogar 100 Meter hoch auft?rmen.
Kurz bevor eine Riesenwelle die K?ste erreicht, macht sie sich dann doch bemerkbar: Durch die Sogwirkung des Tsunamis zieht sich das Meer pl?tzlich vom Ufer zur?ck ? viel weiter als das bei normaler Ebbe der Fall ist.
Wie entstehen die Monsterwellen?
Etwa 86 Prozent aller Tsunamis werden durch unterseeische Beben verursacht. Wenn eine schwerere ozeanische Platten unter eine Kontinentalplatte abtaucht - Geowissenschaftler nennen das Subduktion - verhaken sich die Platten dabei ineinander, es kommt zu Spannungen im Gestein. L?sen sich diese Spannungen durch pl?tzliche ruckartige Bewegungen der Bruchschollen, kommt es zu Erdbeben am Grunde des Ozeans.
Dabei verschiebt sich der Meeresboden nach oben oder unten. Auf die dar?ber liegenden Wassermassen wirkt dadurch Druck, der sie in eine senkrechte Bewegung versetzt ? es entsteht eine Welle. Je nachdem wie stark sich der Boden hebt oder senkt, f?llt diese mehr oder weniger gro? aus. Wird der Meeresgrund besonders kr?ftig durchger?ttelt, kann sich eine Tsunami-Welle bilden, die das Festland erreicht und dort gro?en Schaden anrichtet.
Je tiefer das Wasser, desto schneller die Welle
Tsunami-Wellen k?nnen enorme Geschwindigkeiten erreichen. Wie schnell sie werden, h?ngt von der jeweiligen Meerestiefe ab. Im Pazifik liegt der Ozeanboden durchschnittlich 4.200 Meter unter der Oberfl?che. Bei einer solchen Tiefe k?nnen die Wellen mehr als 750 Kilometer pro Stunde erreichen, das entspricht in etwa der Geschwindigkeit eines Passagierflugzeugs. Doch die Wellen k?nnen auch noch schneller werden - in den Regionen, wo die Weltmeere am tiefsten sind, an die 1.000 Kilometer pro Stunde. Tsunamis bestehen immer aus mehreren Wellen, die sich kreisf?rmig in aufeinander folgenden Intervallen ausbreiten.
Rechtzeitige Warnung rettet Leben
Tsunamis vorherzusagen ist schwierig: Erst wenn ein Seebeben stattgefunden hat, wei? man, dass mit den Monsterwellen zu rechnen ist. Um in einem solchen Fall feststellen zu k?nnen, ob ein Tsunami entstanden ist, welche St?rke er hat und welche K?stenregionen er betreffen wird, ist im pazifischen Raum ein ausgekl?geltes Fr?hwarnsystem installiert.
St?ndig wird die gesamte Region durch Seismographen ?berwacht, um ein Beben sofort entdecken zu k?nnen. Bei der Auswertung der Daten dieser Messger?te spielt das Pacific Tsunami Warning Center (PTWC) auf Hawaii eine wichtige Rolle. Innerhalb k?rzester Zeit k?nnen Computer aus den Daten die St?rke und genaue Lage des Bebens berechnen. Auch die Bewegungsrichtung der Bruchschollen l?sst sich so feststellen.
Wenn ein Erdbeben mit einer St?rke von 7 oder mehr auf der Richter-Skala entdeckt wird, muss ermittelt werden, ob das Beben tats?chlich eine Tsunami-Welle ausgel?st hat. Nur wenn mehrere Messstationen im pazifischen Raum charakteristische Ver?nderungen des Meeresspiegels registrieren, ist damit zu rechnen, dass eine Riesenwelle droht. Erst dann gibt das PTWC eine Tsunami-Warnung heraus, die ?ber Radio- und Fernsehsender an die ?ffentlichkeit gelangt.
Keine ?Alarmanlage? im Indischen Ozean
Bei der aktuellen Katastrophe an den K?sten S?dostasiens h?tte ein Tsunami-Fr?hwarnsystem wie das im Pazifik m?glicherweise zehntausende Menschenleben retten k?nnen. Doch obwohl im Indischen Ozean h?ufig mit schweren Seebeben zu rechnen ist, existiert eine solche ?Alarmanlage? dort noch nicht.
Allerdings h?tte diese allein noch nicht gen?gt. Um die betroffenen Menschen rechtzeitig zu erreichen, ist ein funktionierendes Kommunikationssystem notwendig. Und das gibt es bis heute weder in Indien noch in Thailand, Bangladesch oder Sri Lanka.
Da die betroffenen L?nder sehr arm sind, ist es f?r sie sehr schwer, ein kostspieliges Tsunami-Fr?hwarnsystem aufzubauen. Hilfe aus den USA, Japan oder Europa w?re dringend notwendig, um k?nftig zumindest die Opferzahl bei einer solchen Naturkatastrophe verringern zu k?nnen.
? Welt der Wunder GmbH
Quelle:
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