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Alt 04.03.2005, 22:50
Pit-Bumm
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Geb?ndigte Kraft - Auf Tauchfahrt mit dem gr??ten Atom-U-Boot der Welt (Pit-Bumm, 04.03.2005, 22:50)


Geb?ndigte Kraft - Auf Tauchfahrt mit dem gr??ten Atom-U-Boot der Welt

Das derzeit gr??te U-Boot der Welt stammt aus Russland: Von den insgesamt sechs gebauten Exemplaren der Typhoon-Klasse sind heute noch drei im Einsatz. 100.000 PS treiben die 173 Meter langen Kolosse durchs Wasser, erzeugt von jeweils zwei Atomreaktoren. An Bord befindet sich eine explosive Fracht: 20 SS-N-20 Raketen mit insgesamt 200 Atomsprengk?pfen liegen in den Silos jedes Bootes zum Abschuss bereit.

Nur die US Navy hat bisher ?hnlich gro?e Atom-U-Boote gebaut: 170 Meter messen die Riesen der L.A. Class. Doch russische Werften arbeiten bereits an einem neuen U-Boot-Typ mit dem Namen ?Projekt 955?. Der erste dieser Stahlkolosse, die fast so lang sein sollen wie die Giganten der Typhoon-Klasse, soll noch dieses Jahr vom Stapel laufen.

Die Energie aus dem Uran

Bis 1954 wurden alle U-Boote mit einem diesel-elektrischen Motor betrieben. Das Prinzip dieses Doppelantriebs: ?ber Wasser l?uft der Dieselmotor und l?dt dabei eine Batterie auf. Taucht das U-Boot ab, liefert die Batterie Strom f?r den Elektromotor. Diesel-elektrische Antriebe sind extrem leise, doch kann das U-Boot nur wenige Tage unter Wasser bleiben. Dann braucht es Frischluft und muss die Batterien wieder aufladen.

Monatelang auf Tauchstation

Weil es bei U-Boot-Eins?tzen von entscheidender Bedeutung ist, m?glichst lange unter Wasser bleiben zu k?nnen, setzen die Weltm?chte seit Jahrzehnten auf den Atomantrieb. Mit seiner Hilfe k?nnen die tauchenden Riesenzigarren f?r Monate von der Bildfl?che verschwinden. Das erste Atom-U-Boot der Welt lief im Januar 1954 vom Stapel: die amerikanische USS Nautilus. Doch bereits wenige Jahre sp?ter zogen die Russen nach, ein fortdauerndes Wettr?sten begann. Der H?hepunkt wurde 1988 erreicht, als Russland die ersten U-Boote der Typhoon-Klasse testete.

Sauerstoff aus dem Ozean

Im Gegensatz zu Dieselmotoren braucht der Atomantrieb keine Frischluft. F?r die n?tige Energie an Bord sorgt ein Druckwasserreaktor. Die Kernbrennst?be in seinem Inneren erhitzen Wasser auf ?ber 300 Grad. Dampf entsteht, der ?ber mehrere Kreisl?ufe eine Turbine antreibt, die ihrerseits an die Schiffsschraube und einen Stromgenerator gekoppelt ist. Mit diesem Strom l?sst sich unter anderem aus dem Meerwasser Sauerstoff f?r die Besatzung an Bord gewinnen.

F?r den Notfall haben Atom-U-Boote noch herk?mmliche Batterien an Bord. Damit k?nnen sie selbst bei einem Totalausfall der beiden Reaktoren noch an die Oberfl?che kommen.
?bungsfahrt eines Giganten

Keine leichte Aufgabe f?r Kommandeur Alexander Bukochev: Auf der 51. Mission der ?Severstal?, einem von sechs Exemplaren der russischen Typhoon-Klasse, hat er die Verantwortung ?ber 180 Mann Besatzung und 20 Interkontinentalraketen des Typs SS-N-20. Unter anderem stehen der Abschuss einer solchen Rakete ? nat?rlich ohne Sprengkopf ? und eine Torpedo?bung auf dem Programm.

Zerst?rungspotential f?r die halbe Welt an Bord

Im Ernstfall kann die SS-N-20 mit zehn Atomsprengk?pfen best?ckt werden ? jeder davon hat die sechsfache Zerst?rungskraft der Hiroshima-Bombe. Die Ladung auf einem einzigen U-Boot w?rde somit ausreichen, um die halbe Welt in Tr?mmer zu legen.

Schleusen schotten die Kammern ab

Umgekehrt sind die Exemplare der Typhoon-Klasse nicht leicht zu versenken. Zwei parallel angeordnete Hauptkammern durchziehen der L?nge nach den Rumpf und sorgen f?r eine hohe Stabilit?t. Insgesamt ist das Boot in 19 Kammern unterteilt. Schleusen verbinden die einzelnen Bereiche wie Kommandozentrale, elektronische Ausstattung und Torpedoraum ? so kann jede Kammer im Notfall abgeschottet werden, um zu verhindern, dass etwa bei Wassereinbruch oder einem Brand das ganze Schiff in Gefahr ger?t.

Erfolgreiche Abschreckung!?

Trotz der immensen Verantwortung ? f?r Bukochev sind solche Eins?tze Routine. Und er h?lt sie f?r unverzichtbar: ?Die U-Boote haben bisher ihre Aufgabe gut erf?llt, m?gliche Feinde vor einem Atomkrieg abzuschrecken. Jetzt, nach dem Ende des Kalten Krieges, hat sich gezeigt, dass die Abschreckung funktioniert hat?. Beruhigender ist es dennoch zu wissen, dass k?nftig etwas weniger Vernichtungspotential als bisher die Welt bedroht: Im Jahre 2002 haben der russische Pr?sident Putin und sein amerikanischer Kollege George W. Bush ein Abkommen geschlossen, das verlangt, bis 2012 die Atomwaffen auf rund ein Drittel zu reduzieren.
U-Boote der Vergangenheit

Schriftst?cke und Skizzen vergangener Tage beweisen: Schon die alten Griechen und R?mer scheiterten daran, tauchf?hige Schiffe zu bauen. Mohammedanern und Chinesen ging es ebenso. Erst 1620 baute der Niederl?nder Cornelius van Drebbel das erste tauchf?hige U-Boot. Der Rumpf bestand aus einem Holzskelett, ?berzogen mit eingefettetem Leder. Zwei Stunden tauchte das Boot in der Themse. Zw?lf Ruderer trieben es an. Die U-Boot-Pioniere erreichten eine Tiefe von 3,6 Metern.

Unterwasser-Bohrer ?Turtle?

1776 baute der Amerikaner David Bushnell seine ?Turtle? (Schildkr?te). Nur ein Mann fand darin Platz. Das U-Boot bestand aus Eisen und Eichenholz. In der ?Turtle? hatte der Kapit?n buchst?blich alle H?nde voll zu tun: Er musste steuern, die Antriebsschraube in Schwung halten und gleichzeitig eine ernste Mission erf?llen. Ziel war es, sich heimlich einem britischen Kriegsschiff zu n?hern, es unter Wasser anzubohren und so zu versenken. Dieses Unternehmen scheiterte, doch der Bau der ?Turtle? sollte andere Ingenieure inspirieren.

Das erste deutsche U-Boot sank bei einer Versuchsfahrt

Ein Dreiviertel-Jahrhundert sp?ter, im Jahr 1850, konstruierte Wilhelm Bauer das erste deutsche U-Boot: die ?Brandtaucher?. Er spannte Eisenplatten ?ber einen Holzrahmen. Wasserpumpen und Ruder wurden eingebaut. Ein Tretrad trieb die Schraube an. Bei einer Versuchsfahrt jedoch sank das U-Boot. Die Besatzung ?berlebte. 1887 wurde die ?Brandtaucher? gehoben, heute ist sie im Milit?rhistorischen Museum in Dresden zu sehen.



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atomuboot, gebndigte, grten, kraft, tauchfahrt, welt


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