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Alt 04.03.2005, 18:51
Pit-Bumm
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Grausiges Ritual - Ein mysteri?ser Totenkult gibt Wissenschaftlern R?tsel auf (Pit-Bumm, 04.03.2005, 18:51)


Grausiges Ritual - Ein mysteri?ser Totenkult gibt Wissenschaftlern R?tsel auf

Schottland vor einigen Jahren: Auf South Juist, einer der Hebrideninseln, st??t das Team um den Arch?ologen Dr. Richard Parker-Pearson auf ?berreste aus der Bronzezeit. Es ist eine Rundhaussiedlung aus dem Jahr 1.300 vor Christus. Ihr Name: Cladh Hallan. Die Ausgrabungen sind ein voller Erfolg und die Fundstelle gilt schnell als beispiellos. Doch dann machen die Forscher eine Entdeckung, die Geschichte schreiben wird: Drei Menschenskelette! Bisher haben Arch?ologen in ganz Gro?britannien erst 40 Skelette aus der Bronzezeit entdeckt! Zudem weisen die Funde auf Mumifizierungstechniken hin. Ist es tats?chlich m?glich, dass auch die Schotten in der Bronzezeit ihre Toten konservierten? Gibt es Mumien in Europa zeitgleich mit denen des alten ?gyptens?

Das zerst?rerische Werk der Natur

Um herauszufinden, ob die gefundenen Skelette mumifiziert worden sind, l?sst der Arch?ologe Dr. Parker-Pearson seinen Fund im Labor datieren. Das unglaubliche Ergebnis: Das weibliche Skelett war bereits 300 Jahre alt, als es vergraben wurde, das m?nnliche Skelett sogar 600 Jahre. Das l?sst nur einen Schluss zu: Die Menschen damals m?ssen gewusst haben, wie sie den nat?rlichen Zerfallsprozess gestoppt haben.

Den Verwesungsprozess stoppen

Denn schon kurz nach dem Tod beginnt die Natur ihr zerst?rerisches Werk. Bakterien aus dem Darm und aus der Mundh?hle dringen ins K?rperinnere vor und greifen noch lebende Zellen an. Die Verwesung beginnt. Verrottet ein K?rper im Freien, beschleunigen Insekten den Prozess. Innerhalb von wenigen Wochen fressen sie das Fleisch bis auf die Knochen auf. Nur eine Mumifizierung kann dies stoppen.
In einem n?chsten Schritt analysieren Wissenschaftler die Knochen ihrer Funde. Denn sie wissen: Wenn Eingeweide verrotten, bilden sich bestimmte Bakterien. Die wiederum greifen die Knochen an und hinterlassen sichtbare Poren. Das Ergebnis der Untersuchung: Diese Knochen weisen kaum Poren auf! Die Skelette m?ssen tats?chlich mumifiziert worden sein. Und so stellt sich die Frage, wie dies geschah.

Die Spuren f?hren ins Moor

Eine M?glichkeit: Die Schotten haben die Toten ger?uchert, ?hnlich wie das einige s?damerikanische Kulturen getan haben. Doch dann m?ssten sich bestimmte Mineralien in den Knochen abgelagert haben. Eine Laboruntersuchung zeigt aber keine solchen Spuren.
Eine andere Untersuchung zeigt, dass die Knochen der Skelette ungew?hnlich s?urehaltig sind. Die Erkl?rung: Die Leichen m?ssen im Moor gelagert haben.
Die Moorleichen Europas

Moorleichen gibt es in Europa schon seit etwa 10.000 Jahren, vor allem in Deutschland, England, Irland, Holland und D?nemark. Sie sind unterschiedlich gut erhalten, doch eines haben sie alle gemeinsam: Ihre Knochen haben sich aufgel?st oder sie weisen eine schwammartige Konsistenz auf. Zur?ck bleibt eine verf?rbte Haut und das Gesicht. Doch in Schottland fand man Skelette. Sicher ist dennoch: Es handelt sich um Tote, die im Moor konserviert wurden. Das bedeutet: Die Bronzezeitsiedler haben genaue Kenntnis dar?ber, wie lange eine Leiche im Moor verbleiben muss, um sie mumifizieren zu k?nnen. Der Zeitraum musste zwischen sechs und 18 Monaten liegen.

Tote sch?tzen Lebende

Nach dieser Zeit im Moor holten die Menschen die Leichen offensichtlich wieder in die H?user zur?ck. Vermutlich galten sie als Schutz und Talisman f?r die Lebenden. Zumindest bis etwa 1.000 vor Christus. Denn zu dieser Zeit begruben die Bronzezeitsiedler die Mumien im Fundament des Rundhauses. Den Grund daf?r k?nnen Arch?ologen nur vermuten: M?glicherweise hat sich der Ahnenkult gewandelt und die Mumien hatten keine Bedeutung mehr. Oder aber feindliche Angreifer haben die Mumien begraben, als Zeichen ihrer Macht. Denn so hatten die Sieger symbolische Gewalt ?ber die Lebenden und die Toten. Solches Vorgehen ist zumindest aus anderen Kulturen bekannt. Schrumpfk?pfe aus Amazonien etwa wurden von einem feindlichen Stamm gestohlen und zur Schau gestellt. So demonstrierte der siegreiche H?uptling seine ?berlegenheit.

Ein Fund ver?ndert die Geschichte

Bei allen Spekulationen ist eines sicher: In Cladh Hallan haben Bronzezeitsiedler vor 3.500 Jahren hochentwickelte Mumifizierungsrituale durchgef?hrt - zur gleichen Zeit, in der der Mumifizierungskult in ?gypten auf seinem H?hepunkt war. Sie verwendeten daf?r eine einzigartige, perfekt an das Klima angepasste Technik. Und das ist eine F?higkeit, die unsere bisherige Vorstellung von der europ?ischen Bronzezeit als einer dunklen, unkultivierten Epoche f?r immer ver?ndern wird.
Jede Menge Ungereimtheiten

Merkw?rdig ist, dass die Skelette im Fundament der Rundh?user liegen. Haben die Bronzezeitsiedler ihre Leichen im Haus verscharrt?
Die Bronzezeit beginnt um etwa 2.200 vor Christus und endet etwa um 800 vor Christus. Die Siedler der damaligen Zeit sind sesshaft und betreiben Ackerbau und Viehzucht. Doch ?ber Beerdigungen innerhalb der H?user war der Wissenschaft bisher nichts bekannt.

Mumien in Europa?

Und noch etwas ist merkw?rdig, denn die Skelette weisen eine Besonderheit auf: Sie sind stark gekr?mmt und an den Beinen zusammengebunden. Eine m?gliche Erkl?rung daf?r ist, dass sie mumifiziert gewesen sein k?nnten. Doch bisher sind solche Mumifizierungstechniken nur aus S?damerika und ?gypten bekannt. Ist es tats?chlich m?glich, dass auch die Schotten in der Bronzezeit ihre Toten konservierten? Die Spurensuche beginnt.
Unser bisheriges Wissen ?ber die britische Bronzezeit liefert nicht den geringsten Hinweis auf Mumifizierungen. Von S?damerika dagegen wissen wir beispielsweise, dass Tote dort f?r l?ngere Zeit sengender Sonne und hei?em Wind ausgesetzt wurden. So wurden die K?rper regelrecht ged?rrt - eine Vorgehensweise, die f?r das k?hle regnerische Schottland ausscheidet.
Dr. Parker-Pearson glaubt dennoch daran, dass die Schotten die Mumifizierungskunst beherrschten.



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grausiges, mysteriser, ritual, rtsel, totenkult, wissenschaftlern


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