| Gast | Sprichw?rter und Redensarten - Woher kommen sie ? Sprichw?rter und Redensarten - Woher kommen sie ? Auf Tuchf?hlung gehen
Wenn man sich einander n?herkommen will, dann macht man eine ganz bestimmte Sache - man geht auf Tuchf?hlung! Diese Redewendung stammt aus dem Soldatenjargon. Bei der Aufstellung in Reih und Glied musste die Soldaten darauf achten, dicht an dicht mit den Nebenm?nnern zu stehen - so nah, dass sich die ?rmel ber?hrten. Heute ist aus dem Soldatenausdruck ein Begriff f?rs Flirten geworden. Abstauben
Sich unerlaubt etwas aneignen, zum Nutznie?er einer Situation werden. Die Redewendung stammt aus dem M?llerhandwerk. Denn manche M?ller steckten den Teil des Getreides in ihre eigene Tasche, der beim Mahlen in Staub aufging. Wenn die M?ller also mal wieder kr?ftig "abgestaubt" hatten, f?hlten sich die Bauern ?bervorteilt. Abkn?pfen - Jemandem etwas abkn?pfen
Seinem Freund Kohle abkn?pfen. Aber warum hei?t es abkn?pfen? Kein Knopf in Sicht - weder am Geld noch an der Brieftasche. Feine Herren trugen fr?her Jacken mit echten Goldkn?pfen. Die gaben sie oft als Belohnung - zum Beispiel an Bedienstete. Die Magd kn?pfte dem hohen Herrn also eine Belohnung ab. Alles in Butter
Wenn mal wieder doch alles klappt, eine schwierige Situation sich kl?rt und das Leben sich wieder von der Sonnenseite zeigt, ist "alles in Butter". Die Redensart kommt nicht etwa, weil dann alles wie mit Butter geschmiert l?uft. Der Ursprung f?r diese Redensart liegt im Mittelalter. Wenn damals die teuren Gl?ser aus Venetien ?ber die Alpen zu uns transportiert werden sollten, dann gingen die Gl?ser anfangs oft zu Bruch. Bis die Fuhrleute die entscheidende Idee hatten. Sie legten die Gl?ser in gro?e F?sser, gossen hei?e fl?ssige Butter dazu ? wurde sie fest, hielt sie die Gl?ser an Ort und Stelle und d?mpfte die St?sse der Kutsche. Selbst wenn ein Fass vom Wagen fiel, zerbrachen die Gl?ser nicht. "Alles war eben in Butter". Am Riemen rei?en
Diese Redewendung verwendet man, wenn sich jemand mehr anstrengen soll. Dieser Spruch kommt aus dem Milit?rjargon im 1. WK . Der Riemen war der G?rtel der Soldaten. Am Riemen rei?en bedeutete, dass der Soldat den G?rtel in die vorgeschriebene Position brachte. An den Hut stecken
Diese Redewendung gibt es erst seit dem Ende des 19. Jahrhunderts, und sie kommt von einem milit?rischen Brauch. Soldaten wurde damals eine Papierblume an den Hut gesteckt, wenn sie unehrenhaft aus der Armee entlassen worden waren. Damit waren sie gebrandmarkt. An der Nase herumf?hren
Jemanden verschaukeln oder ?rgern - aber was hat das eigentlich mit der Nase zu tun? Diese sehr alte Redensart kommt von den Tierb?ndigern, die damals wie heute ihren Stieren Ringe durch die Nase gezogen haben. Das ist weniger schmerzhaft als es aussieht und die kr?ftigen Stiere werden so zahmer. Nur an ihrer empfindlichen Stelle, an der Nase, lassen sie sich f?hren. So kann man mit den starken und widerpsenstigen Tieren machen was man will. Eben an der Nase herumf?hren. Arschkarte ziehen
Wenn man die Arschkarte zieht, hei?t das, dass man Pecht hat und sozusagen die Niete gezogen hat. Diese Redewendung hat doch wirklich etwas mit Fu?ball zu tun. In der Zeit, in der es nur Schwarz-Wei?-Fernseher gab, konnten die Fernsehzuschauer nicht erkennen, welche Karte der Schiedsrichter zog. Deshalb zog er die Gelbe Karte aus der Brusttasche und die Rote aus der Ges??tasche. Daher der Ausdruck die Arschkarte ziehen. Auf dem Holzweg sein
Man ist auf dem falschen Weg, der zu nichts f?hrt. Viele B?ume, null Durchblick - einfach der klassische Holzweg. Diese Redewendung kommt auch tats?chlich aus dem Wald. Als Holzwege werden die Schleifspuren bezeichnet, die ein gef?llter Baumstamm auf dem Waldboden hinterl?sst, wenn er aus dem Wald gezogen wird. Am Ende jedes Holzweges findet man einen Baumstumpf - und sonst einfach nichts. Auf dem Kerbholz haben
Wer mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist, hat etwas auf dem Kerbholz. Bist zum Mittelalter hielten die Menschen ihre Schulden auf Holzst?cken fest. Schuldner und Gl?ubiger hatten jeweils einen Stock. F?r jede neue Leistung gab es bei beiden eine zus?tzliche Kerbe aufs Holz. Wenn die Schulden beglichen wurden, mussten auch die Kerben verschwinden. So hatte er nichts mehr auf dem Kerbholz. Aus dem Stehgreif sprechen
Aus dem Stehgreif eine Rede halten und dabei auch noch witzig sein - f?r die meisten ein Alptraum. Auch diese Redewendung kommt wieder aus lang vergangener Zeit, dem Mittelalter. Der Bote des Kurf?rsten musste seine Kunde schnell verbreiten und blieb daher im Sattel sitzen, mit dem Fu? im Steigb?gel - damals Stegreif genannt. Unten der Steg, oben der Reif aus Holz oder Metall. Absteigen h?tte aber sicherlich noch einen anderen Nachteil gehabt: Wenn der Bote eine schlechte Nachricht ?berbringen mu?te, h?tte er sich nicht schnell genug davonmachen k?nnen. Auf den Hund gekommen
Eine Redensart f?r sozialen Abstieg. Aber was haben Hunde damit zu tun? Hunde hatten fr?her ein negatives Image, galten als hinterh?ltig und r?udig. Deshalb war am Boden von Geldtruhen oft ein Hund abgebildet. Entweder als Abschreckung f?r Diebe, oder als Ermahnung zur Sparsamkeit. Denn wer so viel Geld ausgab, dass er den Hund am Boden seiner Geldtruhe sah, war pleite. Auf den Zahn f?hlen
Diese Redensart verwenden wir, wenn wir dem wahren Charakter einer Person auf der Spur sind. Es gibt zwei Erkl?rungen f?r diese Redensart: Fr?her fand der Zahnarzt den kranken Zahn, indem er alle Z?hne gr?ndlich abklopfte und bef?hlte. Die zweite Erkl?rung: Der Tierarzt las fr?her das Alter eines Pferdes an den Z?hnen ab und bestimmte so seinen Wert als Arbeitstier. Auf die Tube dr?cken
Wenn jemand "auf die Tube dr?ckt", dann macht er schneller. Diese Redewendung kommt aus dem Englischen. Tube ist die kurzform f?r choke tube, ein Teil des Vergasers. Umgangssprachlich ersetzt Tube das Wort Gas. Somit hei?t "auf die Tube dr?cken" nichts anderes, als "aufs Gas dr?cken." Auf gro?em Fu? leben
Reich sein und das Geld mit beiden H?nden ausgeben. Aber was hat das mit der Fu?gr??e zu tun? Das 12. Jahrhundert: Graf von Anjou ist Vorbild f?r Mode und Eleganz. Sein Markenzeichen: Schuhe mit langer Spitze, um sein h??liches Geschw?lst darunter zu verbergen. Aus Not wurde Tugend: Die L?nge der Schuhe wurde zum Ma?stab f?r gesellschaftliches Ansehen. Auf jemandem herumhacken
Wenn man auf jemanden herumhackt, bedeutet das, dass man sehr rau und unh?flich zu jemanden ist. Diese Redewendung hat seinen Ursprung im Tierreich. Wenn H?hner ihre K?rner vom Boden picken - picken sie manchmal auf den K?pfen der anderen herum. Dazu sagt man auch: Sie hacken herum! Daher stammt auch der Begriff der Hackordnung. Aufdonnern
Wer es mit dem Schminken ?bertreibt, wird meist als aufgedonnert bezeichnet. Was hat der Donner mit zu viel Schminke zu tun? Aufgedonnert ist nichts anderes als die deutsche Weiterentwicklung des italienischen Wortes f?r Frau, donna. Aufs Korn nehmen
Wenn man es auf jemanden abgesehen hat und ihn scharf beobachtet, sagt man: "Den hab ich aufs Korn genommen!" Diese Redewendung kommt aus der J?gersprache: auf dem Gewehrlauf waren Kimme (Visier) und Korn befestigt. Wenn der J?ger zielt und feststellt, dass sich das Ziel exakt mit dem Korn deckt ? so hat er etwas aufs Korn genommen. Dann kann er sicher sein, dass er das Ziel trifft. Aus dem Schneider sein
Diese Redewendung kommt vom Karten spielen. Allgemein bedeutet Schneider sein: auf der Verliererseite stehen - denn der Schneider galt schon immer als schw?chlicher, wenig angesehener Beruf. Aufs Spielen bezogen hei?t Schneider sein, weniger als die H?lfte der Punkte haben. Wer mehr als 30 Punkte hat, ist auf der sicheren Seite und kann nicht mehr hoch verlieren. Er ist aus dem Schneider! Aus dem N?hk?stchen plaudern
Wenn jemand etwas Privates preisgibt sagt man, er plaudert aus dem N?hk?stchen. Warum aus dem N?hk?stchen? Diese Redewendung kommt aus der Literatur: In Fontanes Effi Briest entdeckt der betrogene Ehemann, 6 Jahre nach ihrem Ehebruch, verh?ngnisvolle Briefe im N?hk?stchen, wo Effie Briest sie verborgen hatte. Seit dem hei?t es aus dem N?hk?stchen plaudern. Ausbaden
Etwas ausbaden - f?r etwas b??en m?ssen, was man selbst oder jemand anderes verbrochen hat. Fr?her, als es noch kein warmes Wasser aus dem Wasserhahn gab, und man das Wasser umst?ndlich auf dem Herd erhitzen mu?te, war es ?blich, dass mehrere Leute nacheinander in einem Bottich badeten. Der letzte in der Reihe musste es ausbaden. Es musste nicht nur in dreckigem Wasser baden, sondern auch noch die Wanne aussch?tten. Baff sein
"Tja, da bist du baff" - sagt man schnell mal, wenn jemand sichtlich ?berrascht, verwirrt oder sogar sprachlos ist. "Baff" wurde schon im 17. Jahrhundert lautmalend f?r einen lauten Knall oder Schuss verwendet - ein Ger?usch eben, das einen "Baff" macht. Da die Reaktion auf so ein lautes Ger?usch meist Erschrecken und Sprachlosigkeit ist, wurde "baff sein" ?bertragend f?r diese Reaktion verwendet und hat sich bis heute gehalten ? auch wenn zum Gl?ck nur noch selten jemand in die Luft schie?t um sich Geh?r zu verschaffen! Baukl?tze staunen
Warum staunen wir immer gleich Baukl?tze, wenn wir uns ?ber etwas wirklich wundern? Der Ausdruck kommt von einer Berliner Redensart. Klotz hat sich aus dem Berliner Wort f?r Staunen und Gucken entwickelt. Aus Glotzen wurde Klotzen. Der Begriff Baukl?tze staunen ist dann erst sp?ter entstanden. Beleidigte Leberwurst
Warum werden wir mit einer Leberwurst verglichen, wenn wir schmollen oder ver?rgert sind? Diese Redensart kommt aus dem Altertum. Damals galt die To view links or images in this forum your post count must be 1 or greater. You currently have 0 posts. To view links or images in this forum your post count must be 1 or greater. You currently have 0 posts. als Ort aller Gem?tsregungen. Mediziner glaubten fest daran, dass nicht nur alle Lebenss?fte, sondern auch Gef?hle aus der To view links or images in this forum your post count must be 1 or greater. You currently have 0 posts. To view links or images in this forum your post count must be 1 or greater. You currently have 0 posts. kamen. Wie Zorn, Liebe oder Trauer. War man ?rgerlich, dann hatte man eine beleidigte To view links or images in this forum your post count must be 1 or greater. You currently have 0 posts. To view links or images in this forum your post count must be 1 or greater. You currently have 0 posts. . Die Wurst kam erst sp?ter zur Redensart dazu. Eine Legende besagt, dass die Leberwurst vor Wut fast platzte, weil der Metzger alle W?rste vor ihr herausnahm. Sie war eine sehr beleidigte Leberwurst. Bis in die Puppen
Die Redewendung kommt eigentlich aus einem Park, genauer gesagt aus dem Berliner Tiergarten. Im 18. Jahrhundert wurde dort ein Platz mit Statuen, oder wie der Berliner Volksmund sagt, Puppen geschm?ckt. Vom damaligen Ortskern war der Weg zu den Puppen auf diesem Platz so weit, dass die Bezeichnung bald f?r alles verwendet wurde, was lange dauert. Blau machen
Schw?nzt jemand die Schule oder die Arbeit, sagt man, er macht blau. Die Redensart kommt aus der F?rberei. Solange mit Waid (pflanzliches F?rbemittel) blau gef?rbt wurde, musste die Wolle, nachdem sie zw?lf Stunden im F?rbebad gelegen hatte, ebenso lange an der Luft oxydieren. Sonntags lie? man sie im Bad, worauf sie den ganzen Montag an der Luft liegen musste. Die Gesellen konnten dann m??ig gehen, wenn in solcher Weise "blau" gemacht wurde. Blechen
Bekommt man eine saftige Rechnung oder einen Strafzettel, dann sagt man oft anstatt bezahlen "blechen". Der Ausdruck stammt aus den fr?hen Zeiten des M?nzwesens. Damals gab es noch keine Stanzmaschinen, nur Scheren. Aus einer Edelmetallplatte musste der M?nzer so viele Geldst?cke wie m?glich herausschneiden. Zu dieser Platte sagte man auch Blech oder Silberblech. So b?rgerte sich mit der Zeit das Wort blechen ein, wenn man mit M?nzen zahlte. Brett vor dem Kopf
Die Redensart stammt urspr?nglich aus der Landwirtschaft. Speziell von den st?rrischen Ochsen, die einen schlechten Ruf hatten. Sie galten als dumm und einf?ltig. Damit der Ochse den Wagen oder Pflug besser ziehen konnte, schnallte man ihm ein Holzbrett vor den Kopf. Diese Ochsensch?be braucht man heute nicht mehr, aber die Redensart hat sich gehalten. Stellt man sich beschr?nkt und begriffsstutzig wie ein Ochse an, dann hat man ein Brett vor dem Kopf. Das geht auf keine Kuhhaut
Im Mittelalter gingen die Menschen fest davon aus, dass der Teufel ihre S?nden aufschreibt und zwar auf Tierh?ute. War man ein richtiger B?sewicht, dann reichten dem Teufel Schaf- oder K?lberh?ute nicht mehr aus und er schrieb auf Kuhh?uten. Wurden selbst die zu klein, war der Mensch ein echter Schurke. Zu viele S?nden gingen "auf keine Kuhhaut". Das hast du dir selbst eingebrockt
Daran bist du selbst Schuld! Eine Redewendung, die wir nicht gerne h?ren. Seinen Ursprung hat sie in einem kulinarischen Ritual: Einfache Leute a?en h?ufig Suppe - dazu Brot. Die Suppe teilte oft einer f?r alle aus - das Brot aber brockte - heute w?rde man sagen, br?ckelte - sich jeder selbst in seine Suppe, direkt vor dem Essen. Jeder richtete sich also selbst seine Suppe mit Brot an, die er dann auch aufa?. Das schl?gt dem Fass den Boden aus
Was hat dieser sprichw?rtliche Ausdruck der Emp?rung mit einem Fass zu tun? Diese Redewendung stammt aus Bayern. Dort erlie? man 1516 ein besonders strenges Reinheitsgebot f?r Bier, dies zog strenge Kontrollen bei den Bierbauern mit sich. Schmeckte das Bier bei der Kontrolle nicht vorschriftsm??ig, machte der Kontrolleur kurzen Prozess und schlug dem betreffenden Fass den Boden aus. Der Groschen ist gefallen
Wenn jemand sagt: "Der Groschen ist gefallen" meint er eigentlich: "Endlich hast du es kapiert." Die junge Redensart kommt von der Verwendung des "Groschens" (Zehnpfennigst?ck) zur Ingangsetzung eines Verkaufsautomaten: der Groschen muss erst fallen, ehe der Mechanismus ausgel?st wird - was dann dem Denkmechanismus gleichgesetzt wird. Denkzettel
Ein Tag mit Schatzi am Strand ? herrlich. Und dann kommt dieser Typ und macht seine Freundin einfach an. Noch einen Schritt weiter und er verpasst ihm einen Denkzettel.
Wir schreiben das 15. Jahrhundert. Der Brieftr?ger bringt eine schlechte Nachricht - vom Gericht. Vergleichbar mit unserer heutigen Vorladung. Damit er den Termin nicht vergisst, bekommt der Angeklagte einen "Gedenkzettel" ? abgek?rzt "Denkzettel". Durch die Blume
Die Redewendung stammt aus dem Mittelalter. Ein verliebter Ritter trifft seine Angebetete. Doch sie erwidert seine Liebe nicht. Statt unfreundlicher Worte wechseln Kornblumen ihren Besitzer. Jeder Edelmann kennt zu dieser Zeit ihre Bedeutung. Fast jede Blume hatte im Mittelalter eine Bedeutung. Die rote Rose hat ihre Bedeutung bis heute ? sie steht f?r die Liebe. Heute ?berreicht man jedoch nur selten Blumen. Durch die Blume sprechen steht heute praktisch f?r jede Art der Besch?nigung. Durch die Lappen gehen
Dieser Ausdruck ist ein alter Jagdbegriff. Der J?ger h?ngte damals bunte Lappen auf, durch die er das Wild trieb. Da die Tiere mehr Angst vor den Stofffetzen als vor den J?gern hatten, trauten sie sich nicht durch die Lappen und wurden so zur leichten Beute. Eine Schlappe einstecken
Jemand steckt eine Niederlage ein. "Schlappe" war im Fr?hneuhochdeutschen der leichte Schlag oder Klaps ? abgeleitet von dem Lautwort "schlapp", den ein klatschender Laut wie eine Ohrfeige erzeugt. Und wer bei einem Kampf oder Duell mit F?usten den k?rzen zog, war nun mal unterlegen und hatte eine Schlappe eingesteckt! Einen Knall haben
Wenn man sagt: "Du hast einen Knall", meint man meist, sein Gegen?ber ist verr?ckt. Auch diese Redensart stammt aus dem Mittelalter. Knall als kurzer, lauter Schall meint hier wohl einen kr?ftigen Schlag gegen den Kopf und den dadurch bewirkten Gehirnschaden; davon abgeleitet ist das Schimpfwort Knallkopf f?r einen dummen, verr?ckten Menschen. Einen Toast aussprechen
Wenn jemand einen Toast ausspricht, dann will er damit zum Ansto?en auffordern. Die Redewendung stammt aus dem England des 19.Jahrhunderts, wo Englische Lords ein St?ck ger?stetes Brot in den Wein gaben, damit dieser besser schmeckt. Und daher spricht man heute noch einen Toast aus, wenn man auf etwas ansto?en will. Einen Vogel haben
Die Redewendung "einen Vogel haben" hat vor allem mit unserem Gehirn zu tun. Denn fr?her glaubte man, dass bei psychisch Kranken ein Vogel samt Vogelnest unter der Sch?deldecke sitzen w?rde und dort munter vor sich hinpiept. Auch die Redewendung "Bei dir piept es wohl!" hat diesen Ursprung. Etwas springen lassen
Wenn man sehr gro?z?gig ist, l?sst man gerne etwas springen. Diese Redensart bezieht sich auf den fr?heren Brauch, Geldm?nzen beim Bezahlen kr?ftig auf den Tisch zu werfen, um durch den Klang die Echtheit zu beweisen und zu zeigen, dass man zahlungskr?ftig ist. Etwas auf der Pfanne haben
Das soll hei?en, dass jemand etwas Besonderes kann. Gemeint ist die Pfanne der fr?heren Lunten- u. Steinschlossgewehre. So wurde n?mlich die kleine Mulde genannt, in die man das Z?ndpulver f?llte. Die Wendung bedeutete also urspr?nglich "zum Schie?en bereit sein". Wer was auf der Pfanne hatte, war dadurch seinen Gegnern ?berlegen. Fisimatenten
Wenn jemand Dummheiten macht und Schererein bereitet, dann macht er Fisimatenten. Die Redewendung kommt aus der mittelalterlichen Schreibstube. Visaepatenten (Wie-S?-Patenten) waren so etwas wie Urkunden, die man sich auf dem Amt beglaubigen lassen musste. Im Laufe der Jahre wurden die Urkunden zum Synonym f?r den ?rger, den sie verursachten, bis endlich der Stempel draufkam. Flitterwochen
Warum nennt man die Hochzeitsreise auch Flitterwochen? Genau gesagt, nennt man die Hochzeitsreise schon seit dem 16. Jahrhundert Flitterwochen. Flittern kommt aus dem Sp?tmittlehochdeutschen. Damals sagte man flittern f?r lachen, kichern oder schmeicheln und das machen frisch verheiratete Paare in ihrem gemeinsamen Urlaub wohl gerne. Das Wort flittern ist l?ngst aus unserer Umgangssprache verschwunden, aber die Flitterwochen haben sich erhalten. Frosch im Hals
Der Frosch steht f?r R?uspern, einen trockenen Hals oder das Gef?hl, ein Klo? im Hals zu haben.
Tats?chlich hat der Frosch seinen Namen vom medizinischen Fachbegriff ?ranula? und das hei?t ?bersetzt Geschwulst im Hals oder an der Zunge. Der lateinische Name des Frosches wiederum ist ?rana? und ?hnelt damit auff?llig dem medizinischen Ausdruck. Wie geschaffen f?r ein Wortspiel, das sich immer mehr eingeb?rgert hat. Fettn?pfchen
Ins Fettn?pfchen treten. Sprachforscher vermuten, dass diese Redensart aus dem Mittelalter stammt. Damals war das Fettn?pfchen das Schuhputzzeug der Leute, das neben dem Ofen stand. Man konnte es sich deshalb leicht mit der Frau des Hauses verderben, wenn man in den Napf trat und den frisch geputzten Boden verschmierte. Gardinenpredigt halten
Wer hat nicht schon einmal eine Gardinenpredigt gehalten bekommen und damit eine Lektion oder Zurechtweisung erhalten? Mit Gardine ist hier aber nicht die Gardine am Fenster gemeint, sondern der Bettvorhang: eine ?bliche Wohndekoration in den Schlafzimmern vor 200 Jahren. Kam der Ehemann zu sp?t oder angetrunken nach Hause, wartete seine Frau schon reichlich genervt auf ihn. Im Bett, also hinter den Gardinen, hielt sie ihm eine Strafrede und warf ihm seine Fehler vor. Das war dann die sogenannte Gardinenpredigt. Geld auf den Kopf hauen
Wenn man sein Geld auf den Kopf haut, l?sst man es sich so richtig gut gehen. Schon im Mittelalter hatten die M?nzen Kopf und Zahl. Kam die Rechnung, war es ?blich, die Zahl nach oben zu legen. So lag die Kopfseite unten. Man hat also das Geldst?ck auf den Kopf gehauen. Geldschneiderei
Wenn man f?nf Euro f?r ein Sch?lchen Erdbeeren bezahlt, dann kann man dazu auch Geldschneiderei sagen. Die Redensart geht auf das alte M?nz-Handwerk zur?ck. Im Mittelalter schnitt der M?nzer die Geldst?cke aus dem Siberblech heraus und pr?gte sie anschlie?end. Die negative Bedeutung bekam der Ausdruck durch Geldwechsler, die an den M?nzr?ndern feilten und sich so Silber oder Gold aneigneten. Haare auf den Z?hnen
Heute verwenden wir "Haare auf den Z?hnen" oft f?r Frauen, wenn sie sich besonders m?nnlich benehmen, sich gut durchsetzen k?nnen. Unbehaarte M?nner gelten seit jeher als unm?nnlich. Starke K?rperbehaarung wurde fr?her mit m?nnlichen Tugenden wie Mut und Tapferkeit gleichgesetzt. Total m?nnlich ? nur noch zu steigern, h?tte er dort Haare, wo Menschen nie welche haben: auf den Z?hnen. Heft in der Hand haben
Das bedeutet, die Situation im Griff haben. Auch diese Redewendung stammt aus dem Mittelalter. Mit Heft ist der Griff eines Schwertes oder Messers gemeint. Der K?mpfer, der gut mit seiner Waffe umgehen und sich so gegen seine Feinde durchsetzten konnte, galt als m?chtig. Er hatte eben das Heft in der Hand. Hinter die Ohren schreiben
Diese Redewendung ist vergesslichen Menschen gewidmet und beruht auf einem Rechtsbrauch aus dem 17. Jahrhundert. Bei der Festlegung von Gemeindegrenzen kam ein Knabe als Zeuge mit, der sich die Grenzsteine einpr?gen sollte. Per Ohrfeigen wurde daf?r gesorgt, dass sich der Knabe auch noch im Alter an die Grenzsteine erinnert. Im Stich lassen
Dieser Ausdruck kommt aus dem Mittelalter. Fiel damals ein Ritter bei einem Turnier vom Pferd, kam er auf Grund der schweren R?stung nur mit Hilfe eines Knappen wieder hoch. War dieser zu faul, lie? er seinen Herren im Stich des gegnerischen Schwertes. In der Kreide stehen
Wenn man bei jemanden Schulden hat, steht man bei ihm in der Kreide. Das ist heute so und war auch im Mittelalter nicht anders. Die Kreidetafel im Lokal war eine Art Pranger f?r s?umige Trinker. Wer gerne ?ber den Durst trank, aber nicht zahlen konnte, dessen Namen und Schulden wurden vom Wirt mit der Kreide auf der Tafel verewigt. Bis man seine Schulden getilgt hatte, stand man somit in der Kreide. In die Schuhe schieben
Wenn man jemandem etwas ?in die Schuhe schiebt?, dann gibt man jemand anderem die Schuld f?r etwas, das er gar nicht getan hat. Die Redensart wird zur?ckgef?hrt auf die fahrenden Gesellen. Wenn sie etwas gestohlen hatten und eine Durchsuchung drohte, legten sie das Diebesgut im gemeinsamen Quartier einfach einem anderen Gesellen in die Schuhe, um so den Verdacht von sich abzulenken. Niemand konnte Ihnen etwas beweisen, sie hatten die Tat jemandem anderen in die Schuhe geschoben! Jemandem die Stange halten
Wenn man "jemandem die Stange h?lt", dann nimmt man jemandem in Schutz, ist ihm treu ergeben. Im Mittelalter stand jedem K?mpfer in einem angeordneten Duell eine Art Sekundant zur Seite, der sobald einer der K?mpfer gegen die Regeln verstie?, mit der Stange eingreifen konnte, um seinen Herren zu sch?tzen, also ihm die Stange halten! Jemandem Paroli bieten
Der Spruch bedeutet, dass man jemandem etwas entgegensetzt. Paroli stammt aus dem Kartenspiel! Es bedeutet, dass man den Einsatz annimmt und den gleichen Einsatz entgegensetzt. Dann bietet man seinem Gegner Paroli! Jemandem Sand ins Auge streuen
Dies sagt man, wenn jemand l?gt oder nicht die ganze Wahrheit sagt. Dieser Spruch kommt von einer unfairen Geste beim Fechten! Wenn sich jemand unterlegen f?hlte, griff er zu einem unfairen Mittel: er streute dem Gegner Sand in die Augen! Jemanden festnageln
Die Redewendung beruht auf einen Brauch aus dem Mittelalter. Damals nagelten Bauern tote Raubv?gel an ihr Scheunentor. Das sollte Artgenossen davon abhalten, unter den Tierbest?nden des Bauern zu w?ten. Heutzutage bedeutet das Sprichwort, dass man auf etwas, das man gesagt hat festgelegt wird. Jemanden ?bers Ohr hauen
Diese Redensart bedeutet heute: "Jemanden betr?gen" und stammt urspr?nglich aus der Fechtsprache. Dabei wird ein Gegner mit einem gezielten Hieb ?bers Ohr geschlagen. Warum der Volksmund sp?ter die Bedeutung verw?ssert und daraus "betr?gen" machte, muss man sich so vorstellen: Die Hiebtechnik gilt seit jeher als ?usserts trickreich. Der Gegner weicht dem Hieb des Angreifers aus und versetzt ihm gleichzeitig einen vernichtenden Schlag ?bers Ohr. Diese pl?tzliche und trickreiche Wendung f?hrt schliesslich zum Sieg und sp?ter dann zur Bedeutung des "Betr?gens". Kalte F??e bekommen
Heute wird diese Redewendung genutzt um ein mulmiges Gef?hl vor einer unangenehmen Situation auszudr?cken. Ihren Ursprung hat sie im Gl?cksspiel, als noch bis ins Morgengrauen in verborgenen Kellern gepokert wurde. Wer sich den Gewinn sichern wollte, benutzte "kalte F??e" als Ausrede, um das Spiel vorzeitig abzubrechen. Kein Blatt vor den Mund nehmen
Wer kein Blatt vor den Mund nimmt, der traut sich meistens was, denn mit dem was er sagt, kann er leicht Probleme bekommen. Die Redewendung stammt aus dem Theater. Der Schauspieler blieb unerkannt indem er sich ein Blatt vor den Mund hielt. Kirschen essen
"Mit dem ist nicht gut Kirschen essen", so dr?cken wir uns aus, wenn wir vor unfreundlichen Menschen warnen wollen. Aber was hat das mit Kirschen zu tun? Der Spruch stammt aus dem 18 Jahrhundert. Damals konnten sich fast nur Adlige Kirschb?ume leisten. "Mit ihm ist nicht gut Kirschen essen" war eine Warnung an den einfachen Mann vor dem Hochmut des Reichen und M?chtigen. Der Originalspruch lautet: "Mit hohen Herren ist nicht gut Kirschen essen, sie spucken einem die Kerne ins Gesicht." Klein bei geben
Wenn jemand nachgibt, sagt man, er gibt klein bei. Sie kommt aus dem Kartenspiel: in der Situation, in der ein Spieler merkt, dass er mit den Karten des Gegners nicht mithalten kann, versucht er, nur kleine Karten loszuwerden: er gibt kleinbei. Korb bekommen
Im Mittelalter zogen die feinen Damen ihre Freier an einem Korb die Burgmauer hoch. War er aber nicht der Richtige, lie?en sie den Boden offen und der Liebestolle fiel durch. Laufpass
Gibt man jemandem den "Laufpass", dann bedeutet das heutzutage, dass eine Beziehung beendet ist, man "macht Schluss". Der Begriff "Laufpass" stammt allerdings urspr?nglich aus dem Soldatendienst. Bis ins 19 Jahrhundert hie? der Laufpass K?ndigung. Bekam sie ein Soldat, so mu?te er sich mit dem Laufpass auf Arbeitssuche machen und von Stelle zu Stelle laufen. Heute bekommt man beruflich zwar keinen Laufpass mehr, sondern die K?ndigung, aber die Frauen verteilen ihn mittlerweile ganz gern. L?ffel abgeben
Die Redewendung "den L?ffel abgeben" ist sehr alt und hatte fr?her wie heute mit dem Sterben zu tun. Damals waren L?ffel noch selten und somit sehr wertvoll. Lag das Familienoberhaupt im Sterben, vererbte es seinen L?ffel an den Nachkommen weiter, meist an den ?ltesten Sohn. Hatte der Vater den L?ffel abgegeben, war das Erbe in sicheren H?nden. Luder
Ob Partyluder oder Boxenluder, jeder hat schon einmal von den reizenden, attraktiven Damen geh?rt. Der Ursprung des Wortes ist allerdings nicht so schillernd, wie man vermuten k?nnte, denn Luder stammt aus der J?gersprache. So nannte man stinkendes, halbverwestes Fleisch, dass der J?ger fr?her am Luderplatz ausgelegt hat um B?ren und W?lfe anzulocken. Manschetten haben
"Manschetten haben" bedeutet Angst, Furcht, Respekt vor etwas oder jemandem haben. Die Redensart ist in der zweiten H?lfte des 18. Jahrhunderts in studentischen Kreisen entstanden. Die Mode der langen, ?berfallenden Manschetten am Hemd verhinderten den Gebrauch des Degens. Wer Manschetten hatte, konnte sich nicht richtig wehren und galt als feige. Mein Name ist Hase
Wenn man von etwas keine Ahnung hat oder haben will, kann man sich manchmal mit dem Spruch "Mein Name ist Hase, ich wei? von nichts" ganz gut aus der Schusslinie bringen. Der Urheber des gefl?gelten Wortes war der Student Viktor Hase. Er wurde 1854 angeklagt, da er einem Kommilitonen mit seinem Studentenausweis zur Flucht verholfen hatte. Vor Gericht sagt er nur aus: "Mein Name ist Hase; ich verneine die Gegenfragen; ich wei? von nichts." Seine freche Antwort entwickelte sich vor allem in Studentenkreisen bald zum gefl?gelten Wort. Milchm?dchenrechnung
Der Ausdruck "Milchm?dchenrechnung" wird heute gerne als eine Umschreibung von unlogischen Argumentationen oder fehlerhaften Gedankenketten verwendet. Die Redensart ist einer Fabel um das Milchm?dchen Perette entsprungen. Wie jeden Tag macht sich das M?dchen auf den Weg in die Stadt um dort ihre Milch zu verkaufen. In ihren Gedanken macht sie eine sogenannte Milchm?dchenrechnung auf, denn sie rechnet bereits mit dem Geld, bevor sie es eingenommen hat. Als sie jedoch st?rzt und die Milch versch?ttet, zerplatzt ihr Traum, denn die Berechnungsgrundlage ist entfallen Mit allen Wassern gewaschen
Von Menschen, die sehr gewitzt, durchtrieben und abgebr?ht sind, sagt man oft, sie seien "mit allen Wassern gewaschen". Mit allen Wassern sind dabei die Weltmeere gemeint, welche die Seem?nner auf ihren Schiffen ?berquerten. Das Leben eines Seefahrers galt als spektakul?r, denn sie durften immer wieder neue L?nder, Kulturen und Sch?tze sehen. Sie lernten dadurch, sich in einer fremden Welt zu behaupten. Sie waren eben mit allen Wassern der Welt gewaschen. Mit Kind und Kegel
Wenn die ganze Gro?familie in die Ferien startet, dann sagen wir "mit Kind und Kegel" unterwegs sein. Fr?her wurden unartige Kinder als Kegel bezeichnet, sp?ter hie?en so auch die unehelichen Kinder, vor allem solche von M?gden und ihren Herren. Die Magd war dann "mit Kind und Kegel" unterwegs, wenn sie ihre ganze Kinderschar dabei hatte ? die ehelichen von ihrem Mann und die anderen, von ihrem Herren. Morgenstund hat Gold im Mund
F?r Langschl?fer ist die Redensart "Morgenstund hat Gold im Mund" eine der nervigsten, weil sie anscheinend immer das Beste des Tages verschlafen. Dass der Morgen einen Mund haben soll, beruht auf Aurora, der r?mischen G?ttin der Morgenr?te. Der Mythos besagt, dass sie immer in den Morgenstunden auftaucht und ihr, wenn sie lacht, Goldst?cke aus ihrem Mund fallen. Andere V?lker glauben, es seien goldene Ringe oder Edelsteine, die die G?ttin der Morgenr?te an Fr?haufsteher verteilt. Naseweis
"Der kleine Naseweis". So bezeichnen wir vorlaute und besserwisserische Menschen, vor allem Kinder. Der Begriff "Naseweis" kommt von "mit der Nase weisen". Damit ist ein Sp?rhund gemeint, der dank seiner guten Nase jede noch so feine Spur findet und als besonders klug gilt. ?bertragen auf den Menschen wurde aus dem Lob "Naseweis" ein leichter Tadel f?r vorlautes Verhalten. Nicht die Bohne
Wenn uns etwas nicht die Bohne interessiert, dann hat das nichts mit fehlendem Appetit zu tun, sondern mit dem Mittelalter, als Bohnen noch als wichtiges Nahrungsmittel galt. Eine einzelne Bohne war aber so gut wie gar nichts wert, denn sie reichte nicht einmal aus, um ein Kind zu s?ttigen. Niemand machte wegen einer einzelnen Bohne einen Finger krumm. Nicht von Pappe sein
Von jemandem, der stark und beeindruckend ist, sagt man auch: "Der ist nicht von Pappe." Mit Papier hat dieser Ausdruck jedoch nichts zu tun. "Papp" oder "Pappe" wurde fr?her auch der Brei, speziell der Kinderbrei genannt. Wer "nicht von Pappe" ist, der wurde nicht mit Brei gef?ttert, sondern bekam kr?ftiges Essen. Das machte ihn ges?nder und st?rker als den Breiesser. Oberhand gewinnen
Die Oberhand gewinnen - das bedeutet: Eine Situation f?r sich entscheiden. Die Redensart stammt aus der Sprache der Ringer. Denn die Sportler versuchen, die Hand ?ber ihren Gegner zu bekommen. Denn nur, wer den anderen mit der Hand niederhalten kann, ist Sieger! Olle Kamellen
Als "olle Kamellen" bezeichnet man redensartlich schon altbekannten Klatsch und Tratsch. Mit Karamell-Bonbons hat das allerdings nichts zu tun: Der Ausdruck "Kamelle" ist niederdeutsch und kommt von Kamille. Kamillebl?ten waren schon im Mittelalter f?r ihre Heilkraft bekannt und wurden deshlab gesammelt und gelagert. Wenn die Kamille aber zu lange lag, wurde sie "oll" und verlor ihre Heilkraft und war deshalb uninteressant und nicht mehr zu gebrauchen. Springende Punkt
"Der springende Punkt", oft auch bekannt als "der Knackpunkt", ist oft gar nicht so leicht zu finden. Das griechische Universalgenie Aristoteles glaubte aber, ihn genau lokalisieren zu k?nnen. Und zwar im Ei. Er meinte im Eiwei? das Herz des unentwickelten K?kens sehen zu k?nnen, das "h?pfe und springe wie ein Lebewesen." In diesem kleinen Punkt sah er den Ur-Sprung allen Lebens. Es war f?r ihn "der springende Punkt.? Schema "f"
"Wir gehen einfach nach Schema F vor." Der Ausdruck "Schema F" verwenden in unserem t?glichen Sprachgebrauch als Redewendung f?r etwas, das immer gleich abl?uft, immer nach einem bestimmten Muster. Der Ursprung dieser Redensart liegt beim preu?ischen Milit?r. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde dort ein Formular eingef?hrt, in welches die Soldaten ihre Truppenst?rke eintrugen. Das sogenannte "Schema Frontrapport" wurde zu einem Standardformular ? kurz Schema F. Schnuppe - Das ist mir Schnuppe
Um seine Gleichg?ltigkeit oder sein Desinteresse auszudr?cken, sagt man im Deutschen umgangssprachlich oft einfach "Das ist mir Schnuppe!". Der Ursprung dieser Redensart liegt nicht, wie man vielleicht vermuten k?nnte in der Astronomie oder gar der Tierwelt, sondern im 19. Jahrhundert: "Schnuppe" nannte man damals das verkohlte ? und damit v?llig wertlose und uninteressante ? Ende eines Dochts. Schrot und Korn
"Der ist aus Schrot und Korn" meint heute soviel wie "Das ist ein ganzer Kerl!". Schrot und Korn stammen aber urspr?nglich aus dem M?nzwesen und beschrieben die G?te eines Geldst?cks. Das wirkliche Gewicht einer M?nze nannte man Schrot, den Anteil von Edelmetall Korn. Je h?her Schrot und Korn, umso mehr Silber oder Gold steckte in der M?nze und umso besser war das Geldst?ck. Schwedische Gardinen
"Hinter schwedischen Gardinen sitzen" ist eine im Deutschen gel?ufige Umschreibung f?r "im Gef?ngnis sitzen". Die Erkl?rung ist einfach: Schwedischer Stahl galt fr?her als besonders haltbar und wurde deshalb bei der Herstellung von Gef?ngnisgittern besonders gerne eingesetzt. "Schwedische Gardinen" ist also einfach ein besch?nigender Audruck f?r besonders sichere Gef?ngnisgitter. Senf dazugeben
Mischt sich jemand ungefragt in ein Gesrp?ch ein, verwenden wir gerne die Redewendung "seinen Senf dazugeben". Der Ausdruck stammt aus dem dem 17. Jh. und geht auf die Angewohnheit vieler Wirte zur?ck, ungebeten Senf zu ihren Speisen zu servieren. Vermutlich, weil Senf ein kostbares Gew?rz war und jedes Mahl aufwertete, auch wenn er geschmacklich gar nicht passte. Das konnte genauso unangenehm sein wie ein ungebetener Rat. Sich auf den Schlips getreten f?hlen
Wenn sich jemand auf den Schlips getreten f?hlt, bedeutet das, er ist beleidigt oder gekr?nkt.
Allerdings meint Schlips hier nicht den Schlips um den Hals, also die Krawatte, sondern den "Slip". So hie? im Niederdeutschen der Zipfel an langen Jacken und R?cken. Wer auf den Rockscho? trat, zog den Groll auf sich, denn mit einem beschmutzten Frack f?hlte sich der Besitzer unwohl und ver?gert. Auch wenn wir heute nicht mehr Slip zum Rockscho? sagen, die Redewendung hat sich erhalten. Sich einen zwitschern
Wer sich einen zwitschert, der trinkt einen ?ber den Durst und betrinkt sich also richtig. Schon seit Anfang des 19. Jahrhunderts bezieht sich die Redewendung "sich einen zwitschern" auf die heitere Stimmung und lockere Zunge eines Zechers, der ? beschwingt durch den Alkohol ? lustig und fr?hlich draufloszwitschert wie ein Vogel. Spanisch vorkommen
Wenn jemandem etwas spanisch vorkommt, dann bedeutet das meist, dass etwas unheimlich oder einfach seltsam ist. Der Ursprung dieser Redensart liegt bei Kaiser Karl V. h?chstpers?nlich, der im 16. Jahrhundert trotz seiner spanischen Herkunft zum deutschen Kaiser gekr?nt wurde. Da er mit ganz Europa im Krieg lag, f?hrte er am Hof Spanisch als Verkehrssprache ein. Der pl?tzliche Einzug der neuen Sitten war seinen Untertanen unangenehm und kam ihnen eben spanisch vor. Toi Toi Toi
Mit der Redensart "toi toi toi" w?nscht man jemandem Gl?ck. Fr?her galt Spucke aus unheilbannend. Wer dreimal ausspuckte, war gegen b?se Geister sicher. Aber irgendwann galt spucken nicht mehr als fein und aus dem Ger?usch des Spuckens entwickelte sich lautmalerisch "toi toi toi" ? so waren die b?sen Geister gebannt und man war auf der gl?cklichen Seite! Treulose Tomate
Eigentlich verbinden wir mit der Tomate etwas positives und leckeres. Aber die Tomate steht auch Pate f?r eine Redewendung, die einen besonders treulosen Menschen bezeichnet.
Der Spruch "Treulose Tomate" ist ein altes Schimpfwort der Deutschen f?r die angeblich so untreuen Italiener. Sozusagen zwei Vorurteile in einem: dauerndes Tomatenessen und unerm?dliches Interesse am weiblichen Geschlecht. Trick 17
Jeder kennt ihn, jeder braucht ihn, manchmal w?nscht man ihn sich ? aber was genau verbirgt sich hinter dem Trick 17? Den Trick 17 verdanken wir dem Zauberer Carlos Luminoso, Europas ber?hmtesten Magier und Entertainer der Goldenen Zwanziger. Im Jahr 1924 starb der Illusionist auf mysteri?se Weise. In seinem Nachlass entdeckte man sein Zauberbuch, in dem all seine Tricks genau erkl?rt wurden. Leider fehlte die Seite 17 und somit blieb dieser Trick ? der Trick 17 - f?r immer offen. Tuten und Blasen
"Der hat von Tuten und Blasen keine Ahnung!" So beschreiben wir Menschen, denen wir rein gar nichts zutrauen. Diese Redewendung stammt von einem wenig angesehenen Beruf: Wer im Mittelalter zu nichts Nutze war und keine Ausbildung hatte, wurde Nachtw?chter. Alles, was man daf?r k?nnen musste: wach bleiben und in?s Horn tuten und blasen. Wer selbst daf?r zu dumm war, der hatte von gar nichts eine Ahnung. Unter die Haube bringen
Die Redensart bezieht sich auf Frauen im heiratsf?higen Alter und stammt aus dem Mittelalter. Solange sie unverheiratet waren, durften die M?dchen ihre Haare offen tragen. Ab dem Hochzeitstag jedoch musste die Frau ihre Haare flechten, hochstecken und unter der Haube verbergen. Schon bei den R?mern war das verh?llte Haar ein Erkennungszeichen der verheirateten Frau. Im Mittelalter war die Haube nicht nur gute Sitte, sondern auch ein Zeichen der Frauenw?rde. Wink mit dem Zaunpfahl
Fr?her gingen die Menschen gerne mit langen Schlaginstrumenten auf einander los. Da sich nur die reichen Ritter Lanzen und Schwerter leisten konnten, mussten sich die armen Krieger mit Holzstecken begn?gen. Sie sahen zwar nur aus wie Zaunpf?hle, als Waffen waren sie aber furchteinfl??end und vor allem unmi?verst?ndlich. Einfach so deutlich, da? es jeder irgendwann kapiert. Zur Minna machen
"Den hast Du aber zur Minna gemacht!" ? sagt man, wenn man jemanden so richtig runter gemacht hat. Die Redensart entstammt einem deutschen Benimmbuch von 1910. Dort wurde den geplagten Haust?chterchen empfohlen, die st?ndig wechselnden Dienstm?dchen der Einfachheit halber immer mit "Minna" anzusprechen. Und da die Dienstm?gde oft schlecht behandelt wurden, b?rgerte sich "zur Minna machen" als Synonym f?r Zurechtweisungen bzw. ungerechte Behandlungen ein.
Zur Strecke bringen
Die Redewendung "Zur Strecke bringen" kommt aus der J?gersprache. Hat ein J?ger z.B. einen Hasen getroffen, bringt er ihn "zur Strecke" - zu den auf dem Boden aufgereihten erledigten Tieren.
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