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Virtuelle Kirche im Netz (Ky!, 04.06.2004, 11:56)
(Danny) Die Zeiten, in denen noch Heerscharen gl?ubiger Christen die harten B?nke in der Kirche bev?lkerten sind lange vorbei. Immer mehr Menschen treten aus der Kirche aus und die Gottesh?user bleiben leer. In England geht man seit ein paar Tagen einen ganz neuen und modernen Weg. Dort gibt es die "Church of Fools" - Eine virtuelle Kirche im Internet.
Geiles Konzept
Die "Church of Fools" soll als virtuelles Gotteshaus Raum f?r Kontemplation, Gebet und Gespr?ch bieten. Betrieben wird sie von der englischen methodistischen Kirche in Gro?britannien, dem Bischof von London und die Christian Ressources Exhibition. Die Website bietet ein modernes Design, ganz anders, als man es von der Kirche eigentlich annehmen k?nnte. Die virtuelle Kirche selbst erinnert stark an die Welt der Online Rollenspiele. Mit seinem virtuellen Charakter kann man per Flash-Plugin die Kirche betreten, sich darin umsehen, beten, und das Gespr?ch mit anderen Menschen suchen. Jeden Sonntag und an den Feiertagen werden sogar ?ffentliche Gottesdienste gehalten.
Die virtuelle Kirche als Angriffspunkt
Alles, was ?ffentlich ist, wird schnell durch St?renfriede belagert. Das kennen wir ja aus allen anderen Chats und Communities und das gib's nat?rlich auch in der "Church of Fools". Schon am dritten Tag nach ihrer Er?ffnung mussten nun Teile der Kirche geschlossen und die Sicherheitsma?nahmen versch?rft werden. Das Problem: Hetzer, Ketzer, P?bler aller Art und nat?rlich auch jemand namens "Satan". Doch das ist noch l?ngst nicht alles. Schon am ersten Tag ?chzten die Server unter der Last von rund 60.000 Besuchern. Beim feierlichen Er?ffnungsgottesdienst sprach der leitende Pfarrer ins virtuelle Nirvana, nachdem sein Rechner "irgendwo in York, England" abst?rzte. Das brachte Richard Chartres, den Anglikanischen Bischof von London, in die Verlegenheit, nicht nur Er?ffnungsredner zu sein, sondern gleich die Leitung ?bernehmen zu m?ssen.
Und dann kam die erste Nacht
Als Fehler erwies sich schnell die Idee, ins Programm Funktionen einzubauen, die es Besuchern erm?glichen, ?ffentlich das Wort zu erheben und sich ?berall zu bewegen. Heraus kam wenig Erbauliches. Besonders "Satan" tat sich mit einer stark blasphemischen Rede hervor, die er von der Kanzel herab hielt. Eine H?ufung solcher Vorf?lle verursachte Kopfzerbrechen und hektische Betriebsamkeit bei den Betreibern und Sponsoren, wie das religi?se Magazin "Ship of Fools".
So sieht's jetzt aus, in der "Church of Fools"
Zahlreiche zus?tzliche Ordner patroullieren jetzt im virtuellen Gotteshaus. Sie kicken dann die immer wieder auftauchenden L?sterer und Ketzer raus. Ganze Bereiche des Hauses wurden f?r den Publikumsverkehr geschlossen, um die Ordnung aufrecht erhalten zu k?nnen. Reden kann man nun noch mit Gott und miteinander, aber nicht mehr ?ffentlich halten hie? es im Gottesforum. Bei unseren Tests konnten wir allerdings noch nicht einmal mehr das. Trotzdem ist die "Church of Fools" eine Einrichtung, die seines Gleichen sucht. Daumen hoch, Kirche!
Meine Meinung: Virtuelle Inquisition der Ketzer!
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Quelle: GIGA
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